Erfolgreiches Pilotprojekt

Gemeinsam Gemeinschaft fördern

Feuertaufe bestanden. 500 Personen haben beim ersten «Quartier­effekt» über 17 Projekte abgestimmt und vier Siegerprojekte erkoren: Kunstbeiträge im öffentlichen Raum, ein Pizzaofen für den Quartiertreffpunkt, Beisammensein bei Kunst und Kultur in der «Garage Emma» und ein öffentlicher Kühlschrank gegen Food Waste. Nun geht es in die Umsetzungsphase.

Autorin: Larissa Brochella

Die «Garage Emma», eines der vier Siegerprojekte des «Quartiereffekts», möchte Raum für Kultur schaffen. (Bild: zvg)

«Wir sind sehr zufrieden mit der Partizipation am Projekt», so Christoph Zurflüh, Gebietsmanager Luzern Nord. Der «Quartiereffekt» ist der erste Versuch in der Zentralschweiz, Anwohnerinnen und Anwohner mit einem partizipativen Quartierbudget direkt in die Gestaltung ihres Wohnorts miteinzubeziehen. Unterstützt wird das Projekt dabei unter anderem von der Stadt Luzern und der Gemeinde Emmen, den umliegenden Quartiervereinen, der Zwischennutzung NF49 und den Immobilienentwicklern.

Zahlreiche Projekte und Stimmen

«Die Qualität der Eingaben war hochwertig, wir konnten alle Ideen verwenden», sagt Zurflüh und ergänzt: «Auch die zahlreichen Stimmen beim Voting haben uns sehr gefreut.» Das sei nicht selbstverständlich. Nicht nur, da es sich beim «Quartiereffekt» um ein Pilotprojekt handelt. Die Gebietsentwicklung Luzern Nord steht noch am Anfang und damit könne man die Identifikation mit dem neuen Gebiet nicht voraussetzen.

«Die niederschwelligen Teilnahmebedingungen und der offene Teilnehmerkreis haben sich bewährt», bilanziert Zurflüh. Trotzdem gebe es auch Bevölkerungsgruppen, welche man bisher noch nicht vollständig erreicht habe. Dazu zählen unter anderem Migrantinnen und Migranten und Jugendliche. «Hier brauchen wir verstärkte Kommunikation.»

Umso erfreulicher ist, dass 17 verschiedene Projekte vorgeschlagen wurden und sich rund 500 Personen an der Abstimmung beteiligt haben. Vier der Projekte konnten sich in der Abstimmung durchsetzen. Rund 7000 Franken aus dem Quartierbudget bekommen die Projekte «Quartiertreffpunkt mit Pizzaofen» und «Kunst im Fluss (KIF)», 6000 Franken gehen an die «Garage Emma» und mit einem Betrag von 500 Franken wird «Ein Kühlschrank für alle» realisiert.

«Wir sind sehr zufrieden mit der Partizipation am Projekt.»

Christoph Zurflüh, Gebietsmanager Luzern Nord

Der Quartierverein Meierhöfli und Umgebung will auf der Weberwiese einen Quartiertreffpunkt schaffen und nutzt das Budget, um den Pizzaofen zu renovieren, zu überdachen und neu auszustatten mit allem, was zum Pizzabacken so benötigt wird. Dazu kommen eine Feuerstelle, Sitzgelegenheiten und Tische. Im Herbst 2022 geht es los, sodass der Treffpunkt pünktlich aufs Frühlingserwachen 2023 genutzt werden kann.

Visuelle Aufwertung erwartet die beiden Flussräume Reuss und Kleine Emme zwischen dem Reusswehr in Luzern bis zum Kanal der Kleinen Emme. Das Gemeinschaftsprojekt lädt Mitglieder der Visarte Zentralschweiz dazu ein, sich mit den Flussläufen auf kreative Weise zu beschäftigen und die Gebiete mit öffentlich zugänglicher Kunst attraktiver zu gestalten. Mit einem Startevent im September oder Oktober 2022 wird der Ball ins Rollen gebracht.

Kino, Konzert, Kaffee und Kuchen oder Kunstprojekt? Das sind nur einige der Nutzungen der «Garage Emma», die der gleichnamige Verein andenkt und bereits durchführt. Seit April 2022 wird die Garage genutzt. Mit dem Geld des «Quartiereffekts» werden zusätzlich ein Kunstprojekt sowie ein mobiler Treffpunkt ermöglicht.

Esswaren tauschen statt Food Waste – Gemeinschaft wird im Projekt «Ein Kühlschrank für alle» auf ganz andere Art und Weise gelebt. Zu den bestehenden zwei Kühlschränken von Madame Frigo kommt ein dritter hinzu, welcher auf unbegrenzte Zeit aufgestellt und von Freiwilligen betreut wird.

«Der ‹Quartiereffekt› hat einmal mehr gezeigt, was für ein Potenzial in diesem Gebiet steckt.»

Christoph Zurflüh, Gebietsmanager Luzern Nord

Geschätzte Partizipation

Ganz im Sinne der Partizipation steht die Gemeinschaft auch bei den Siegerprojekten im Vordergrund. «Ich bin immer wieder beeindruckt, welche Persönlichkeiten und Organisationen sich vor Ort engagieren, manchmal auch im Verborgenen», freut sich Gebietsmanager Christoph Zurflüh.

Auch die Reaktion der Bevölkerung falle sehr positiv aus. Es werde geschätzt, dass es nebst den vielen Bauprojekten mit dem «Quartiereffekt» auch eine konkrete Möglichkeit gibt, an der Entwicklung zu partizipieren. Und obwohl noch aussteht, ob der «Quartiereffekt» in die zweite Runde geht, ist das Fazit überaus positiv. «Der ‹Quartiereffekt› hat einmal mehr gezeigt, was für ein Potenzial in diesem Gebiet steckt.»

Gefällt dir dieser Artikel? Teile ihn mit Freunden: