Dringend benötigter Schulraum

Erweiterung Schulanlage Hübeli: Siegerprojekt steht fest

Eine durchdachte bauliche Aufwertung und attraktive Aussenräume: Damit überzeugt das Siegerprojekt für die Erweiterung der Schulanlage Hübeli – und liefert nebst dem dringend benötigten Schulraum sogleich einen deutlichen Mehrwert für die Emmer ­Vereine und das Quartier an sich.

Autor: Philipp Bucher

Potential für einen neuen Emmer Lieblingsort: Das Siegerprojekt zur Erweiterung der Schulanlage Hübeli weiss konzeptionell, städtebaulich und wirtschaftlich zu überzeugen. (Visualisierungen: Team Anliker)

Als Sieger aus der Gesamtleistungssubmission ist das Team Anliker AG Generalunternehmung (Emmen) mit Cometti Truffer Hodel Architekten AG (Luzern) hervorgegangen. Das Projekt setzte sich gegen vier Mitbewerberteams durch und umfasst die Erweiterung der Schulanlage Hübeli mit drei Gebäudetrakten: eine neue Doppelsporthalle mit integriertem Doppelkindergarten sowie einem Allwetterplatz auf dem Dach, ein neuer Trakt für die Primarschule und ein Anbau für die Tagesstruktur. Die Umsetzung ist in Etappen geplant, sodass keine Provisorien notwendig sind und das Projekt bis im Sommer 2026 für 28,5 Millionen Franken vollendet werden kann.

Konzeptionell und wirtschaftlich ­überzeugend

Wesentlich zur höchsten Gesamtpunktzahl im Wettbewerbsverfahren beigetragen hat die konzeptionelle Anordnung der Nutzungen. Insbesondere sei es den Planern sehr gut gelungen, eine überzeugende Lösung für die Tagesstruktur und die Kindergärten zu entwickeln, heisst es in der Würdigung. Die innere Organisation der Bauten wird als durchdacht und schlüssig rezensiert. Mit einer ansprechenden architektonischen Umsetzung passe sich das Projekt überdies gut in die bestehende Anlage ein, werte diese deutlich auf und erschaffe durch eine geschickte Nutzung der Dachflächen neue, differenzierte und attraktive Aussenräume, was neben dem Schul- und Sportbetrieb auch einen Mehrwert für das Quartier generiert. Mit den tiefsten Investitions- und Lebenszykluskosten sowie tiefen Betriebskosten wusste das Siegerprojekt zudem in wirtschaftlicher und betrieblicher Hinsicht zu punkten.

Der Gemeinderat ist entsprechend erfreut, ein für die Volksschule und die Gemeinde Emmen konzeptionell, städtebaulich und wirtschaftlich überzeugendes Projekt präsentieren zu dürfen. «Die gelungene Integration in die bestehende Lage, die vielfältigen Freiräume und das gekonnte Zusammenspiel von Architektur und Funktionalität erzeugen ein stimmungsvolles Gesamtbild, das die Schulanlage Hübeli nachhaltig als Lern- wie auch als öffentlicher Begegnungsort aufwertet», sagt Brahim Aakti, Direktor Schule und Kultur.

Das Anliker-Projekt setze die Aufgabe aus schulbetrieblicher Sicht hervorragend um: «Die fehlenden Unterrichtsräume sind nah bei den bestehenden, die Tagesstruktur ist optimal platziert und der Allwetterplatz auf dem Dach der neuen Doppelsporthalle ideal gelöst. So geht für die über 400 Schülerinnen und Schüler trotz zusätzlichen Bauten keine Pausenfläche verloren.» Schuldirektor Aakti resümiert: «Den Planern ist es gelungen, ein Projekt mit viel Potential für einen neuen Emmer Lieblingsort zu entwickeln.»

Visualisierung Primarschule

Visualisierung Kindergarten

Visualisierung Tagesstruktur

Visualisierung Doppelsporthalle

Volksabstimmung im März 2023

Die in Etappen gegliederte Umsetzung des 28,5-Millionen-Projekts sieht vor, in einer ersten Phase von zirka März 2024 bis Januar 2025 die neue Tagesstruktur als Anbau zum bestehenden Haupttrakt zu erstellen. In der zweiten Phase ab zirka Januar 2025 soll nach der Eröffnung der neuen Tagesstruktur das alte Tagesstrukturgebäude zurückgebaut und an dieser Stelle der neue Primartrakt erstellt werden. Parallel startet der Neubau der Doppelsporthalle. Nach der Fertigstellung der beiden neuen Gebäude (August 2026) soll schliesslich der alte Kindergarten und die alte Einfachsporthalle zurückgebaut und die Umgebung fertiggestellt werden.

Zunächst allerdings geht das Projekt zur Genehmigung am 20. September 2022 in den Einwohnerrat (Bericht und Antrag 34/22). Daraufhin wird das Siegerprojekt vom 17. bis 30. Oktober 2022 im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung im Schulhaus Hübeli präsentiert, ehe die Emmer Stimmbevölkerung am 12. März 2023 an der Urne über den Baukredit befindet.

Wichtiges Puzzlestück in Emmens Immo-Strategie

Die Erweiterung der Schulanlage Hübeli ist aufgrund des akuten Platzmangels, des schlechten baulichen Zustands der Tagesstruktur, des Kindergartens und der Sporthalle sowie wegen der vorhandenen Schadstoffthematik (Naphthalin) in diesen alten Gebäuden unabdingbar. Seit dem Schuljahr 21/22 umfasst das Einzugsgebiet im Schulkreis Hübeli 18 Primarklassen, wovon eine Klasse aus Platzgründen seit August 2021 im Schulhaus Sprengi unterrichtet wird. Dieses Flächendefizit besteht auch im Bereich der Sporthallen und Tagesstrukturen. Deshalb wurde die Hübeli-Erweiterung als prioritäres Umsetzungsprojekt der gesamtheitlichen Masterplanung Schulinfrastruktur definiert.

Der zweite Meilenstein innerhalb der Umsetzung der Schulraumstrategie ist die Erweiterung der Schulanlage Meierhöfli. Wie im «Hübeli» ist der Ausbau der dortigen Kapazitäten ein wesentliches Element der Schul- und der Sportstättenstrategie (emmen.immostrategie.ch).

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