Spatenstich für neue Sportangebot

«Rock’n’Roll» im Pump Park Emmen


Ob auf Rädern oder Rollen – der Pump Park in Emmen wird bald für Rollsportbegeisterte jedes Niveaus und Alters ein attraktives Übungsgelände bieten. Mit dem Spatenstich am 21. September 2020 geht das Projekt Pump Park drei Jahre nach der Initiierung in die Bauphase über.

Autorin: Larissa Brochella

Freuen sich auf das neue Sportangebot in der Gemeinde: René Winiger (links) und Martin Weber, die Initianten des Pump Parks Emmen. (Bild: aga)

Bereits als Kind waren Martin Weber und René Winiger gerne auf dem Skateboard unterwegs. Damals waren es noch leere Parkhäuser und der alte Bahnhof in Luzern, welche zu Schauplätzen von waghalsigen Tricks und spektakulären Stürzen wurden. Inzwischen gibt es ein breites Angebot an Parks für Skateboarder, BMX-Fahrer und alle anderen, die lieber über den Boden gleiten als gehen. Doch etwas fehlt in Emmenbrücke noch – davon sind Weber und Winiger, Gründer des Vereins Pump Park Emmen, überzeugt.

Mit Optimismus auf die Zielgerade

«An den Wochenenden musste ich meine Kinder regelmässig in den Pump Park ins Obernau fahren. Als ich mich dann selbst zum ersten Mal wieder aufs Brett gewagt habe, wurde mir klar, dass wir so etwas auch in Emmen brauchen», sagt Weber. Die Diplomarbeit, die Weber als Abschluss einer Weiterbildung im Projektmanagement verfassen musste, kam ihm deshalb ganz gelegen. Diese nutzte er, um seine Idee weiter auszuarbeiten, und begeisterte im Prozess auch seinen Kollegen René Winiger, mit dem er das Projekt Pump Park Emmen schliesslich in die Wege leitete.

Doch die Finanzierung zu stemmen, erwies sich als schwieriger, als die beiden erwartet hatten: «Als wir 2017 angefangen haben, gingen wir davon aus, dass wir die 340000 Franken in einem halben Jahr aufbringen können», meint Weber lachend. Fast drei Jahre hat es schliesslich gedauert, bis die nötige Summe zusammengekommen ist. Dies dank einiger grosszügiger Spenden durch Stiftungen und Firmen sowie vieler kleiner Beiträge von Gönnern.

Austoben in der Asphaltwüste

Im Vergleich zu den finanziellen Mitteln ist der Verein Pump Park rasant gewachsen und zählt heute an die 90 Mitglieder. Das Projekt habe bei vielen Begeisterung ausgelöst und die beiden Pump-Park-Visionäre seien überwiegend auf positives Feedback gestossen, so Weber. Doch ganz konnten die Initianten den kritischen Stimmen nicht entgehen: Dass der Pump Park kiffende Jugendliche anziehen könnte und für dessen Entstehung auch noch Grünfläche zubetoniert wird, missfiel nämlich einigen.

«Wir haben früh mit dem Jugendbüro Kontakt aufgenommen, das sich bereiterklärt hat, mit der Mobilen Jugendarbeit vor Ort Präsenz zu zeigen und präventiv auf die Jugendlichen zuzugehen», erklärt Weber. Für ihn sei es ein grosses Anliegen gewesen, dass den Jugendlichen ein geschützter Raum geboten wird, in dem sie sich ausleben und ausprobieren können. Zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner wurde überdies ein Reglement zur Nutzung des Pump Parks erstellt. Auch regelmässige Unterhaltsaktionen durch den Verein Pump Park seien bereits terminiert.

Gut vernetzt und integrativ

«Im Pump Park lernen Kinder nicht nur Wichtiges für den Strassenverkehr, sondern entwickeln auch ihre motorischen Fähigkeiten weiter», schildert Weber die Vorteile dieses Sportangebots. Ausserdem soll der Pump Park die Integration fördern, indem er einerseits für Rollstühle zugänglich ist und andererseits für Jung und Alt, Anfänger und Fortgeschrittene und Rollsportarten jeglicher Art ein Trainingsgelände bieten soll.

«Im Pump Park lernen Kinder nicht nur Wichtiges für den Strassenverkehr, sondern entwickeln auch ihre motorischen Fähigkeiten weiter.»


Martin Weber, Initiant Pump Park Emmen

Informationen


«Ein Pump Park oder auch Pump Track ist eine speziell geschaffene Rollsportanlage für alles was Räder hat. Das Ziel ist es, darauf, ohne zu treten, durch Hochdrücken (engl. pumping) des Körpers aus der Tiefe Geschwindigkeit aufzubauen. Ein Pumppark ist mit Wellen und weiteren Elementen wie Steilwandkurven oder Sprüngen versehen. Es kann in alle Richtungen gefahren werden, da er in flachem Gelände gebaut wird.

Der Pump Park Emmen wird mit Asphalt gestaltet. Die feste Oberfläche hat Vorteile bei der Instandhaltung und der Vielfalt der Nutzergruppen. Pump Parks / Tracks sind eine gute Möglichkeit zur Bewegungsförderung. Der Pump Park ist als Trainingsbereich und Skillcenter vorgesehen und ermöglicht ein sehr spielerisches Fahrgefühl.»

Baubeginn: 21. September 2020

Geplante Eröffnung: ab Mitte Oktober 2020

«Zentral war für uns immer, dass der Pump Park mit dem ÖV, per Velo oder zu Fuss für Kinder und Jugendliche erreichbar ist, sodass sie ihn selbstständig aufsuchen können», so Weber. Dass der Pump Park nun in unmittelbarer Nähe des Themenspielplatzes und der Mooshüsli-Anlage entsteht, sei dabei der Gemeinde Emmen zu verdanken. «Uns schien es sinnvoll, die bestehenden Synergien mit dem Themenspielplatz und den umliegenden Sportplätzen zu nutzen», erklärt Igor Trninic, Leiter des Bereichs Sport der Gemeinde Emmen, und fügt an: «Der Pump Park ist eine attraktive Ergänzung zum bestehenden Sport- und Bewegungsangebot in Emmen.»

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