Neophyten

Ausbreitung von Problempflanzen stoppen


Die Gemeinde Emmen und der Kanton Luzern gehen das Ziel, bis 2024 in den Wäldern die Problem­pflanzen zu stoppen, gemeinsam an. Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer sind aufgefordert, am gleichen Strick zu ziehen.

Autorin: Barbara Irniger

Kirschlorbeer: Vom Garten aus verbreitet er sich in den Wäldern und verdrängt mit seinem dichten Blätterwerk jeglichen Unterwuchs. Die Entfernung ist aufwendig. (Bilder: zvg)

Wiederverbreitung verhindern

Ist es Ihnen auch aufgefallen? In den Wäldern in und um Emmen breitet sich der für den Garten gepflanzte Kirschlorbeer stark aus. Im Herbst bildet der immergrüne Strauch schwarze Beeren, die von den Vögeln verbreitet werden und so in die Wälder gelangen. Es gibt bereits grös­sere Flächen, die mit Kirschlorbeer komplett überwachsen sind und so kaum noch Raum frei lassen für andere Pflanzen. Die Artenvielfalt nimmt in den betroffenen Waldstücken ab, junge Bäume kommen nicht mehr auf. Gerade in städtischen Gebieten bilden jedoch Wälder grüne Inseln, wo Pflanzen und Tiere Lebensräume finden sollten.

Wälder von Problempflanzen befreien

Die betroffenen Wälder (Grudligwald, Mooshüsli, Herdschwand, Bänziwilerwald, Hohrütiwald, Schooswald) können von den exotischen Problempflanzen, den sogenannten «invasiven Neophyten», befreit werden (vgl. Kasten). Die vorkommenden Problempflanzen lassen sich durch Ausreis­sen wirkungsvoll bekämpfen. Die Gemeinde Emmen hat in Zusammenarbeit mit der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) einen Aktionsplan ausgearbeitet mit dem Ziel, bis 2024 die befallenen Flächen von den Neophyten befreit zu haben. Die Kosten der Massnahmen belaufen sich auf jährlich rund 50 000 Franken. Bund und Kanton übernehmen den Grossteil der Kosten. Die Gemeinde beteiligt sich mit rund 20 000 Franken pro Jahr. Die vorgesehenen Arbeiten werden durch die Caritas Emmen ausgeführt.

Wiederverbreitung verhindern

Die Anstrengungen, gegen die Neophyten vorzugehen, werden damit nicht vollständig abgeschlossen sein. Es braucht Ihre Mithilfe: Unterstützen Sie als Einwohnerin und Einwohner die Massnahmen, indem Sie Kirschlorbeeren aus dem Garten entfernen oder jährlich alle Blüten vor der Samenbildung abschneiden. Die Pflanzenteile müssen mit dem Hauskehricht entsorgt werden. Aktuell stehen Neophytensäcke gratis zur Verfügung, welche der Kehrichtabfuhr mitgegeben werden können. Gratis-Neophytensäcke können im Baudepartement, 3. OG des Verwaltungsgebäudes, bezogen werden. Pro Person stehen drei Säcke à 60 Liter zur Verfügung.

Sommerflieder: als Zierpflanze aus China und dem Tibet importiert. Er bildet pro Strauch bis zu drei Millionen Samen, die sich durch den Wind verbreiten. Auf offenen Stellen kann er dichte Bestände bilden und so verschiedenste andere Arten verdrängen. (Bild: zvg)

Neophyten

Invasive gebietsfremde Pflanzen sind nicht einheimische Pflanzen, die aus fremden Gebieten (meist aus anderen Kontinenten), absichtlich oder unabsichtlich, eingeführt wurden, die sich bei uns in der Natur etablieren (Vermehrung in freier Natur) und sich auf Kosten einheimischer Arten effizient ausbreiten. Sie tragen weltweit zum Rückgang der biologischen Vielfalt bei. Nach dem UN Global Assessment (2019) sind invasive gebietsfremde Arten weltweit der fünftwichtigste Grund für die Veränderung der Natur.

Weitere Informationen zum Thema unter:

Henrys Geissblatt: Als Zierpflanze zur Begrünung von Mauern und Zäunen eingeführt, verwildert dieses asiatische Geissblatt im Wald. Entfernen Sie es aus Ihrem Garten und ersetzen Sie es durch einheimische Kletterpflanzen. (Bild: zvg)

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