Klimanetzwerk Emmen

Im Einsatz für eine bessere Welt


Was haben ein Musiker, ein Wirtschaftsingenieur, eine Psychologin und eine Kantonsrätin gemeinsam? Richtig: das Interesse am Umweltschutz. Konkret setzt sich das Quartett für mehr Handlungsmöglichkeiten des Einzelnen im Bereich Klimaschutz ein. Eine eigens hierfür geschaffene Plattform soll diesem Anliegen nun von Emmen aus zusätzlichen Schub verleihen.

Autorin: Jeannine Cirinesi

Interessierte trafen sich zum ersten Klimanetzwerk-Anlass und diskutierten über verschiedene Themen und Ideen, wie in Emmen klimaschonend gelebt und gearbeitet werden kann. (Bild: zvg)

Quelle der Inspiration für die Lancierung des Klimanetzwerks Emmens ist das analoge Projekt in Buttisholz. «Das hat in mir sofort etwas ausgelöst», schwärmt Lukas Barmet, Mitinitiant des Klimanetzwerks Emmen. Die Idee einer apolitischen und von der Bevölkerung getragenen Plattform überzeugte ihn auf Anhieb. «Klimaschutz geht alle an, unabhängig von Herkunft, Religion, politischem Interesse oder Geschlecht», führt der Emmer aus. Gleichgesinnte fand er im Austausch mit Nico Hirzel, Monique Frey und Elena Lustenberger.

Einfachheit als Erfolgsidee

Die vier Initianten möchten der Emmer Bevölkerung eine Plattform anbieten, auf der gemeinsam Lösungen zum Thema Klimaschutz entstehen. «Emmerinnen und Emmer mit Interesse für das Machbare bei sich, im Haushalt, Quartier, in der Gemeinde zusammenführen, unterstützen und inspirieren – dies steht bei dem Vorhaben an erster Stelle», erklärt Barmet.

Handlungsbedarf sehen die vier vor allem bei der Aufklärung und dabei, die privaten und öffentlichen Initiativen sichtbar zu machen. Der Begriff Klimaschutz betrifft viele Themen und hat an Umfang zugenommen, was bisweilen Ohnmachtsgefühle auslösen kann. «Wir möchten diese Komplexität reduzieren und Möglichkeiten aufzeigen, die es jeder und jedem erlauben, etwas zum Klimaschutz beizutragen», betont Nico Hirzel.

Interessierte trafen sich zum ersten Klimanetzwerk-Anlass auf dem NF-49 Areal (Bild: zvg)

Von Erfolg werden die Netzwerker sprechen, wenn der Klimaschutz in der Gemeinde Emmen sichtbar wird. Dann, wenn Bürgerinnen und Bürger, Gruppen, Vereine und Behörde die Plattform nutzen, um ihren Beitrag zum Klimaschutz bekannt zu machen, andere zum Mitmachen aufzufordern und Wirkungen beziffern zu können – etwa, wenn die Bevölkerung vermehrt mit dem Fahrrad unterwegs ist. Oder wenn infolge verbreiterter Biodiversität die Anzahl an Bienenvölkern zunimmt. «Wir haben unser Ziel erreicht, wenn die Angelegenheit zum Selbstläufer wird», erklärt Lukas Barmet.

Buttisholz als Vorbild

Bereits auf einen erfolgreichen Start zurückblicken kann das Vorbild aus Buttisholz. Diverse Projekte konnten erfolgreich implementiert werden, darunter eine Füllstation für Wasch- und Haushaltsmittel zur Reduktion von Verpackungsmaterial oder der zweimal jährlich stattfindende Kleidertausch. Das seit 2019 aktive Netzwerk ist in diversen Gremien der Gemeinde platziert. Zum Erfolg geführt hat gemäss Mitinitiant Manuel Müller, «dass wir aktiv waren, an die Öffentlichkeit traten und uns sichtbar machten. So konnten wir neue motivierte Netzwerker voller Elan und neuer Ideen gewinnen.»

Am 25. September 2021 hat das Klimanetzwerk Buttisholz den zweiten Klimatag im Dorf organisiert. Vom Gemeinschaftsgarten bis zum energieoptimierten Haus konnte sich die Bevölkerung informieren und erleben. Gemeinsam mit anderen Organisationen wie Energiegenossenschaft, Wärmeverbund, lokalem Gewerbe und der Gemeinde entstand ein bunter Blumenstrauss an Klimathemen. «Mit Mut und Beharrlichkeit gemeinsam für eine Sache einstehen und dabei offen für alle Meinungen sein», führt Müller das Kredo des Klimanetzwerks aus. Diesen Rat möchte er den Emmerinnen und Emmern mit auf den Weg geben und betont: «In Sachen Umwelt sollten wir nicht radikal vorgehen. Auch kleine Änderungen sind hilfreich und öffnen neue Türen.»

Die vier Initianten des Klimanetzwerks Emmen (v.l.): Lukas Barmet, Elena Lustenberger, Monique Frey und Nico Hirzel. (Bild: zvg)

Klimanetzwerk Emmen

Am 25. September 2021 traf sich die Kerngruppe des Klimanetzwerks mit Interessierten zu einem ersten Austausch auf dem Areal NF49 am Seetalplatz. Nach Ausführungen zu Idee und Website wurden verschiedene Inputs zusammengetragen. Welche Umsetzungen gibt es bereits in unserer Gemeinde und welche sind für die Zukunft vorstellbar? Wie erweitern wir unsere persönlichen Handlungsmöglichkeiten?

Ein erster konkreter Schritt ist das Bekanntmachen des Klimanetzwerks bei Verbänden, Vereinen, Parteien sowie im persönlichen Umfeld. Alle Interessierten sind eingeladen, am zweiten Treffen vom 27. November 2021 teilzunehmen. Willkommen sind alle Bewohnerinnen und Bewohner von Emmen, die Lust haben, sich im lokalen Klimaschutz einzubringen.

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