Mit Porträts gegen die Anonymität

Gesichter von und für Emmen


Mit seinem Fotoprojekt «Faces of Emmen» möchte Brendan Rühli der Gemeinde Emmen Persönlichkeit verleihen. Eine Sammlung von Porträtfotos der Emmer Bevölkerung soll die Neugierde dafür entfachen, wer in Emmen wohnhaft ist. Auch soll sie die kulturelle Vielfalt der Gemeinde Emmen widerspiegeln.

Autorin: Sina Staubli

«Ich liebe es, Menschen mit einem schlichten, natürlichen und ausdrucksstarken Porträt zu zeigen, wie besonders sie sind.» Brendan Rühli, passionierter Fotograf. (Bilder: sst)

Brendan Rühli, Sozialarbeiter Jugend- und Familienberatung bei der Gemeinde Emmen, wohnt seit 25 Jahren in Emmen und hat das Bevölkerungswachstum in der Gemeinde hautnah miterlebt. Früher sei Emmen «überschaubarer» gewesen, heute kenne er weniger Leute auf der Strasse und verspüre zum Teil ein Gefühl von Ano­nymität. Dieses Gefühl und ein Buch mit Porträts aus aller Welt haben Rühli die Inspiration für «Faces of Emmen» gegeben: «Von meinem vorherigen Team habe ich vor drei Jahren dieses Buch erhalten. Seither habe ich es immer wieder angeschaut, bis ich wusste, so etwas möchte ich für die Gemeinde Emmen auch realisieren.»

So funktioniert es

«Alle Emmerinnen und Emmer haben Einsicht in die Fotos», das liegt Brendan Rühli besonders am Herzen. Deshalb sind die Porträts auf seiner Website verfügbar. Dort stehen auch buchbare Zeitfenster für die gesamte Emmer Bevölkerung offen (vgl. Kasten). Da sich der Hobbyfotograf dem Projekt in seiner Freizeit widmet, sind die Termine abends und an den Wochen­enden. Im Anschluss folgt die Kontaktaufnahme durch Brendan Rühli. Den Leuten müsse es wohl sein, deshalb können sie die Shooting-Location und die Kleidung selber aussuchen. Publiziert auf der Website wird anschliessend einzig das Porträtfoto. «Bei der Angabe des Namens oder einer kurzen Biografie beginnen die Leute zu zögern», erklärt Rühli den Grund dazu.

«Ich liebe es, Menschen mit einem schlichten, natürlichen und ausdrucksstarken Porträt zu zeigen, wie besonders sie sind.»


Brendan Rühli, passionierter Fotograf

«Meine 16-jährige Kamera habe ich zu 95 Prozent immer dabei – zu 100 Prozent mein Arm-Tattoo, welches die Blendenstufen und somit meine Leidenschaft für die Fotografie zeigt.» Brendan Rühli, passionierter Fotograf.

Zufriedene fotografierte Personen

Die Porträts sind in Schwarzweiss gehalten. Fotograf Rühli begründet: «So ist der Mensch im Fokus. Die Persönlichkeit kommt besser rüber, da das Foto auf das Wesent­liche reduziert wird.» Nicht fotogene Personen gebe es keine, ist er überzeugt: «Dieses Gen gibt es nicht.» Gegen 100 Prozent der Personen mit anfänglichen Zweifeln seien nachher zufrieden mit den Fotos. Sind die porträtierten Persönlichkeiten glücklich, ist es auch Brendan Rühli: «So kitschig es klingt: Es freut mich, wenn sich die fotografierte Person mit den Bildern identifizieren kann und Freude an den Ergebnissen hat. Das ist für mich Lob genug.» Umfangreiche Bildbearbeitungen macht Rühli keine – nur mit dem Licht könne man gut spielen und dazu kennt er seine 16-jährige Kamera bereits in- und auswendig.

Für ganz jung bis alt

Ein Gesicht für Emmen kann jede Emmerin und jeder Emmer sein. «Wirklich von ganz jung bis alt», bekräftigt Brendan Rühli. So plant er beispielsweise auch Besuche in Alters- und Pflegeheimen. Wichtig sei, dass die Teilnehmenden anderen Emmerinnen und Emmern vom Projekt erzählen. Um eine grössere Reichweite zu erlangen, hat Rühli einen Instagram-Account erstellt. Follower bedeuten ihm aber nicht so viel, deshalb zählt er lieber auf Mund-zu-Mund-Propaganda.

Momentan befindet sich das Projekt noch in der Startphase und es treffen erst vereinzelt Buchungen ein. Berühmt möchte Brendan Rühli mit dem Projekt nicht werden. Vielmehr ist seine Motivation die Begeisterung dafür, eine Geschichte, einen Gedanken oder eine Emotion für einen bestimmten Moment festzuhalten. Die porträtierten Personen sollen als Gesichter von Emmen die kulturelle Vielfalt repräsentieren und der Gemeinde eine persönliche Note verleihen. Brendan Rühli gibt alles für sein Ziel: «Beim Fotografieren bin ich völlig in meinem Element. Alles um mich herum blende ich komplett aus.»

Faces of Emmen

Bist du von Emmen? Ob lächelnd, grimasse-ziehend, ernst oder einfach authentisch – sei auch du ein Gesicht von Emmen und somit Teil des Fotoprojekts!

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