Laufende Verkehrsprojekte

Fitnesskur für Emmens Mobilität


Die Verkehrsinfrastruktur in Emmen ist vielerorts sanierungsbedürftig. Um den zukünftigen Mobilitätsanforderungen gerecht zu werden, laufen deshalb derzeit einige verkehrsoptimierende Verbundprojekte auf dem hiesigen Strassen- und Bahnnetz. Wir liefern eine Übersicht.

Autoren: Bernhard Kuhn und Philipp Bucher

Es läuft was, damit es auch künftig läuft: Diverse Verbundprojekte sollen für einen reibungslosen Verkehrsfluss in Emmen sorgen. (Bild: pbu)

Seetalstrasse Abschnitt Emmen Dorf

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Abschnittweise wird die Seetalstrasse punkto Lärmbelastung, Verkehrsfluss und Sicherheit weder den aktuellen noch den zukünftigen Anforderungen gerecht. Diese Situation ist gerade für die Bevölkerung von Emmen Dorf unbefriedigend. Der Kanton Luzern und die Gemeinde Emmen prüfen und beurteilen deshalb im Rahmen einer Zweckmässigkeitsbeurteilung (ZMB) systematisch und umfassend alle denkbaren Optimierungsvarianten.

In der aktuell laufenden Phase 2 werden verschiedene Lösungsansätze auf ihre Machbarkeit hin vertieft geprüft. Am 27. Januar 2021 wird der entsprechend bereinigte Variantenfächer abermals an einer öffentlichen Infoveranstaltung präsentiert. Nach Abschluss von Phase 3 soll schliesslich im zweiten Halbjahr 2021 eine Bestvariante aus fachlicher Sicht präsentiert werden.

Weitere Infos hier.

Seetalstrasse Abschnitt Meierhöfli

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Auch zwischen Autobahnunterführung A2 und Seetalplatz bedarf die Seetalstrasse einer Sanierung. Um Siedlungs- und Verkehrsentwicklung hierbei in einer überzeugenden Gesamtlösung aufeinander abzustimmen, führen der Kanton Luzern und die Gemeinde Emmen eine Testplanung durch. Dabei werden drei Planungsteams die geeignetste Lösung für die Weiterentwicklung des Gebiets erarbeiten.

Entstehen soll ein öffentlicher Strassenraum, der im Gebiet Meierhöfli eine neue Lebendigkeit, städtische Dichte und Verkehrssicherheit verbindet. Die öffentliche Infoveranstaltung vom 14. September 2020 bildete den Startschuss der Testplanung. Die Ergebnisse und Empfehlungen dürfen im Januar 2022 erwartet werden.

Weitere Infos hier und hier.

Gerliswil-, Rothenburg-, Neuenkirchstrasse

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Die Verkehrssituation an der Gerliswilstrasse auf dem Abschnitt Zentralplatz bis Sprengi und darüber hinaus auf der Rothenburg- und der Neuenkirchstrasse ist unbefriedigend. Namentlich zu Stosszeiten kommt es regelmässig zur Verkehrsüberlastung, was wiederum zu Verspätungen bei den Bussen führt. Zusätzlich ist die Führung des Veloverkehrs verbesserungswürdig und am Sonnenplatz sind die Querungen für die Fussgänger eine Herausforderung.

In einem Verbundprojekt unter der Leitung des Kantons Luzern werden im Rahmen eines Betriebs- und Gestaltungskonzeptes (BGK) die Hauptziele «Fahrplanstabilität für den öffentlichen Verkehr», «Sicherheit für die Velofahrenden» und die «siedlungsverträgliche Gestaltung des Verkehrsraumes» verfolgt.

Bahnhof Waldibrücke

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Beim Bahnhof Waldibrücke ist die Umsteigebeziehung Bahn/Bus unbefriedigend. Die beiden heutigen Buslinien müssen teilweise lange Fahrten zum Wenden auf sich nehmen, was die Effizienz und die Fahrplanstabilität verschlechtert.

Der Kanton Luzern plant unter Einbezug der Gemeinde Emmen den Bau einer Wendeanlage direkt beim Bahnhof Waldibrücke. Die Gemeinde definiert im Rahmen der Ortsplanungsrevision die Eckwerte für die bauliche Entwicklung in der direkten Umgebung des Verkehrsknotenpunktes. Damit wird die heutige Situation verbessert und für die Zukunft stehen weitere Möglichkeiten offen.

Bahnhof Gersag / Kreuzung Gersag

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Im Bereich Bahnhof Gersag und der Kreuzung Gersag-/Rüeggisingerstrasse sind zahlreiche Verkehrsprobleme täglich sichtbar. Die engen Platzverhältnisse und das punktuell hohe Verkehrsaufkommen führen regelmässig zu kritischen Situationen.

Die SBB plant den Bahnhof Gersag bis 2023 umzubauen. Dabei werden die Perrons in Richtung Olten verlängert und neue Zugänge zu den Geleisen entstehen. Die Gemeinde Emmen ordnet die Bushaltestellen neu an und ermöglicht künftig auch ein Abwarten von Anschlusszügen. Gleichzeitig wird die Kreuzung Gersag-/Rüeggisingerstrasse saniert und neu arrangiert. Die verschiedenen Verkehrsströme (Fussgänger, Velo, motorisierter Verkehr und Ortsbusse) sollen besser organisiert und die Verkehrssicherheit erhöht werden. Ebenso wird die mögliche bauliche Entwicklung um diesen Verkehrsknoten definiert und es werden Potentiale freigespielt. Der Arbeitstitel lautet «Gersagplatz».

Bahnhof Emmenbrücke

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Mit dem Bau des Durchgangsbahnhofes Luzern (DBL) werden auf den Zubringerstrecken vor allem in den Bahnhöfen (Ebikon, Emmenbrücke und Sursee) Ausbauten notwendig, um die zusätzliche Kapazität des Bahnsystems sicherzustellen. Der Bahnhof Emmenbrücke wird zu diesem Zweck gesamthaft erneuert, das heisst, er erhält neue Gleisanlagen mit zusätzlichen Haltekanten.

Die Gemeinde Emmen will, dass die umliegenden Quartiere und der Busbahnhof «Emmenbrücke Süd» besser an den Bahnhof angeschlossen werden. In Zusammenarbeit mit der SBB, dem Kanton Luzern und dem Bundesamt für Verkehr sollen die Rahmendbedingungen definiert werden. Obwohl die Umsetzung erst circa 2040 abgeschlossen sein wird, stehen in den kommenden Jahren wegweisende Entscheide an. Für die Gemeinde Emmen gilt es, die Weichen jetzt zu stellen.

Autobahnanschluss Emmen Nord und Bypass Luzern

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Der Autobahnanschluss Emmen Nord soll zu einem 7/8 Vollanschluss ausgebaut werden. Gleichzeitig soll die Brücke über die Autobahn neu gebaut werden. Im Rahmen dieses Projektes gilt es, die unsichere Verkehrsführung der Velofahrenden über die Brücke zu optimieren und den Verkehrsfluss in der unmittelbaren Umgebung langfristig sicherzustellen. Dies in Koordination mit Bund, Kanton Luzern und Gemeinde.

Das Grossprojekt Bypass Luzern hat Auswirkungen auf die Gemeinde Emmen. Flankierende Massnahmen im untergeordneten Strassennetz zur Aufrechterhaltung dessen Funktionalität sind während und nach der Bauphase notwendig. Zudem sind die bauliche Integration der Infrastruktur in die Landschaft und der Lärmschutz der Siedlungsgebiete Handlungsschwerpunkte für die Gemeinde Emmen.

Die aktuellen Projekte in der Übersicht. (Grafik: Han Van de Wetering)

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