Emmen Schule

Digitale Transformation an der Volksschule Emmen


Die Volksschule Emmen hat sich in den letzten Jahren intensiv auf die digitale Transformation vorbereitet. Per Schuljahr 2020/21 wurden nun alle Lehrpersonen sowie alle Lernenden im 2. und 3. Zyklus mit einem Gerät (Convertible/Laptop) ausgerüstet.

Autoren: Carla Schmid, Christoph Beeler und Marc Laumann

Klasse 1l Sek Erlen bei der Arbeit mit den Notebooks. (Bilder: zvg)

Medien und Informatik an der Volksschule Emmen

Die Klassen im 1. Zyklus erhalten auf das nächste Schuljahr Tablets. In jedem Klassenzimmer in Emmen steht eine Visualisierungsmöglichkeit (Interaktives Whiteboard/Display) zur Verfügung. Zudem sind Visualizer im Einsatz. In allen Schuleinheiten arbeiten pädagogische und technische Verantwortliche mit grossem Engagement daran, die besagte digitale Transformation bestmöglich zu begleiten bzw. zu vollziehen.

Dabei handelt es sich um Lehrpersonen mit vertieften Kenntnissen im Bereich Medien und Informatik. Sie bilden die Fachschaft Medien und Informatik. In Zukunft wird die Fachschaft Medien und Informatik immer mehr Weiterbildungsangebote für die Lehrpersonen bereitstellen. Denn die Lehrpersonen sind letztendlich der Schlüssel zum Erfolg. Sie arbeiten tagtäglich mit den Lernenden in den Schulzimmern und bereiten sie auf die Zeit nach der Volksschule vor.

Medien und Informatik in der Gesellschaft

Grundfertigkeiten werden in einer Gesellschaft von allen erwartet. Bei den Grundfertigkeiten denken wir sofort ans Sprechen und Verstehen der Muttersprache, Lesen, Schreiben und an die (Grund-)Rechenarten in der Mathematik. Im 21. Jahrhundert gehören Kenntnisse im Umgang mit Medien und Informatik ebenfalls zu den Grundfertigkeiten. Aus diesem Grund werden die neuen Geräte an der Volksschule Emmen in (fast) allen Fächern ge- und benutzt sowie generell in den Schulalltag integriert.

«Wir brauchen nicht mehr so viel Papier und müssen nicht alles von Hand aufschreiben.»


Jill Leu, Klasse 3a Sek Erlen

Veränderungen im Unterricht

In den Fremdsprachen wird das Notebook zum Beispiel eingesetzt, um Vokabular zu lernen. Das Lehrmittel im Fachbereich Französisch bietet eine eigene Online-Plattform mit diversen Übungen an. Oft wird das Gerät auch für Recherchearbeiten gebraucht. Im Bildnerischen Gestalten können die Lernenden Sammlungen erstellen, selbst Arbeitsprozesse fotografieren und dokumentieren, digitale Bildbearbeitung üben, Filme schneiden, Videos bearbeiten sowie Bildmaterial vergrössern, verkleinern und übertragen.

Es ist ein wertvolles Instrument, das im Unterricht viele neue Möglichkeiten bietet. In vielen Fächern können die Lernenden selbstständiger und in ihrem Tempo arbeiten, wenn ihnen das Material digital zur Verfügung steht. Je häufiger die Lernenden das Notebook benutzen, umso besser lernen sie die verschiedenen Anwendungen kennen. Bereits nach wenigen Wochen geben die Lernenden an, das Notebook schneller und effizienter nutzen zu können.

Ein wichtiger Bestandteil ist dabei das Produkt Office 365 von Microsoft. Vor allem die Plattform «Microsoft Teams» wird im Schulalltag mittlerweile täglich genutzt. Sei es, um mit den Lernenden Dateien auszutauschen, Links zu teilen oder sogar Anrufe zu tätigen. Den meisten Lernenden war Microsoft Teams schon ein Begriff, da sie mit der Applikation während des Fernunterrichts im Lockdown gearbeitet haben. Mit dem Erhalt der persönlichen Notebooks verändert sich für die Lernenden im Unterricht in zahlreichen Bereichen einiges.

Nebst dem positiven Effekt, dass weniger Bücher herumgetragen werden müssen, lernen die Schülerinnen und Schüler, verantwortungsvoll mit ihrem Notebook umzugehen. Während in den vergangenen Jahren Stift und Papier das Klassenzimmer geprägt haben, sind nun zahlreiche Lehrmittel in digitaler Form im Einsatz. «Wir brauchen nicht mehr so viel Papier und müssen nicht alles von Hand aufschreiben. Am besten finde ich, dass wir nicht mehr auf den Informatikraum angewiesen sind, wenn wir etwas am PC machen möchten», sagt etwa Jill Leu, Schülerin der Klasse 3a an der Sekundarschule Erlen.

Das neue Fach «Medien und Informatik»

Die Digitalisierung hat mittlerweile in jeden Bereich unserer Lebenswelt Einzug gehalten. Mit der Einführung des Lehrplans 21 wurde das Fach Medien und Informatik Bestandteil der Wochenstundentafel. Nebst den zahlreichen positiven Entwicklungen werden die Lernenden im Umgang mit den verschiedenen Geräten, neuen Tools sowie den neuen Medien vor grosse Herausforderungen gestellt.

Das Fach Medien und Informatik bietet ein Gefäss, um die Chancen und Gefahren dieser Entwicklung zu thematisieren. Zum einen werden wichtige Themen wie z.B. Fake News, Selbstinszenierung in den sozialen Medien oder das eigene Nutzungsverhalten thematisiert und reflektiert, zum anderen werden den Lernenden Fähigkeiten wie z.B. das Programmieren beigebracht, um die neue Lebenswelt besser zu verstehen und sich besser darin zurechtzufinden.

«Der Unterricht wurde durch die neuen Geräte nicht (komplett) revolutioniert. Die Notebooks sind viel mehr eine gewinnbringende Ergänzung im Schulalltag.»


Christoph Beeler und Carla Schmid, Verantwortliche Medien und Informatik der Sekundarschule Erlen.

Eine Revolution im Klassenzimmer?

In den vorangehenden Schuljahren gab es in den Schulhäusern stets einen Kampf um die wenigen Informatikzimmer. Durch die flächendeckende Ausrüstung können digitale Ressourcen nun unkompliziert im Fachunterricht eingesetzt werden. Die Lehrperson hat die Möglichkeit, den Unterricht dynamischer und flexibler zu gestalten. Die Lernenden schätzen diese Abwechslung sehr. Da die Notebooks in fast jedem Fach, ausser in den Fächern Bewegung und Sport und Werken, eingesetzt werden, haben sich die Lernenden in verschiedensten Bereichen neue Fähigkeiten angeeignet.

Zu Hause brauchen die Lernenden das Gerät vorwiegend, um Bewerbungen zu schreiben oder für fachspezifische Übungen auf Lernwebseiten. Es gibt aber noch immer Hausaufgaben, die die Lernenden mit Stift auf Papier lösen. Der Unterricht wurde durch die neuen Geräte nicht (komplett) revolutioniert. Die Notebooks sind viel mehr eine gewinnbringende Ergänzung im Schulalltag.

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