Kultur/Vereine

120 Jahre Samariterverein Emmen


Wo Erste Hilfe gefordert ist, um Menschenleben zu retten, braucht es Mut und Wissen. Beides kann seit 120 Jahren im Samariterverein Emmen erlangt werden – und noch einiges mehr.

Autorin: Irène Kuhn

Der Samariterverein Emmen vermittelt für alle Interessierten und Mitglieder Kenntnisse in Erster Hilfe für alle Lebens- und Notlagen. Im Bild eine gemeinsame Übung mit der Feuerwehr Emmen. (Bilder: Lydia Hasler)

Je mehr Menschen das Einmaleins der Ersten Hilfe beherrschen, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, im Bedarfsfall selbst kompetente Hilfeleistung zu bekommen. Der Samariterverein Emmen sorgt seit 120 Jahren dafür, dass das Lebensretter-Know-how bewahrt und weitergegeben wird. Die Vereinsübungen werden im Schulhaus Rüeggisingen durchgeführt. Die Mitglieder treffen sich monatlich zu einer Übung oder zum Samaritertreff. Stets mit dabei: die beiden Kursleiterinnen Lydia Hasler und Laila Reber.

Was ist das Faszinierende daran, im ­Samariterverein tätig zu sein?

Lydia Hasler: Es bereitet mir grosse Freude, den Mitgliedern die neuesten Methoden der Ersten Hilfe beizubringen. Damit können sie in ihrem beruflichen wie privaten Umfeld, ohne zu zögern, Erste-Hilfe-Massnahmen richtig und gekonnt anwenden und werden bei Sanitätsdiensten als kompetente Ersthelfer wahrgenommen.

Laila Reber: Ich kann mein Fachwissen und meine Erfahrungen weitergeben. Die Besonderheit liegt auch darin, selber eine Übung zu gestalten und zu leiten. Es erlaubt mir viel Spielraum. Es ist die Vielfältigkeit, die der Verein zu bieten hat. Man lernt immer wieder viele Leute kennen.

Was waren die Beweggründe, dem Verein beizutreten?

Hasler: Als ich mit 18 Jahren den obligatorischen Nothilfekurs absolvierte, war es für mich klar, gleich den Samariterkurs anzuschliessen, weil ich mein Wissen in Erster Hilfe vertiefen wollte. Im Verein konnte und kann ich meine erlangten Kenntnisse in Erster Hilfe stets erneuern und erweitern. Auch kam die Geselligkeit bei Ausflügen und beim «Drink nach der Übung» nicht zu kurz.

Reber: Mit 18 Jahren absolvierte ich den Nothelferkurs in einem Samariterverein. Als ich später als Ersthelferin an einem Unfall beteiligt war, befolgte ich den Ratschlag eines Kurs- und technischen Leiters, in den Samariterverein einzutreten, da der Nothelferkurs zu wenig Fachwissen bietet. Nach einigen Wanderjahren von Ort zu Ort kam ich 2006 in den Samariterverein Emmen.

Lydia Hasler.

Laila Reber.

Samariterverein Emmen


Der Verein freut sich immer wieder, neue Mitglieder aufzunehmen – schauen Sie ­unverbindlich bei einer Monatsübung rein. Sie sind herzlich willkommen!

Für alle Interessierten oder Betroffenen veranstaltet der Samariterverein am 7. November 2020 um 14 Uhr einen Vortrag zum Thema Demenz und Alzheimer. Der Anlass ist kostenlos und findet im Emmenfeld Betagtenzentrum statt.

Weitere Informationen unter www.samariter-emmen.ch.

Welche Highlights sind in Erinnerung ­geblieben?

Hasler: Allem voran diverse Erste-Hilfe-Leistungen für sehr dankbare Verunfallte bei Anlässen und im privaten Umfeld. Daneben aber auch zufriedene Kursteilnehmende. Ein Kursteilnehmer schrieb mir 14 Tage nach einem Kurs eine E-Mail mit den Worten: «Dank des kürzlich absolvierten Kurses konnte ich meinen Freund, der einen Herzstillstand erlitt, erfolgreich reanimieren. Ich leistete genau so Erste Hilfe, wie wir es bei dir im Kurs gelernt hatten, und konnte ihm so das Leben retten.» Solche Rückmeldungen freuen mich sehr und wirken enorm motivierend.

Reber: Hinzu kommen der Kontakt mit den Vereinsmitgliedern, verschiedenste Anlässe, viele interessante Übungen und Sanitätsdiensteinsätze, etwa beim Eidgenössischen Schützenfest 2002 oder beim Theater «Gedächtnispalast» letztes Jahr.

Weshalb empfiehlt sich eine Mitgliedschaft im Samariterverein Emmen?

Hasler: Unfälle und Krankheiten können immer und überall auftreten. Wenn man Wissen und Kenntnisse über Erste-Hilfe-Massnahmen hat, können diese angewendet und damit Menschenleben gerettet werden. Diese Massnahmen werden im Verein monatlich geübt und vertieft. Die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen ist stets sehr lehrreich. Hinzu kommen informative Vorträge über gesundheitsrelevante Themen. Und natürlich die Geselligkeit im Verein.

Reber: Wir haben ein sehr breites Spektrum an Weiterbildungen und geben jedem Vereinsmitglied die Möglichkeit, sich bei Übungen, Kursen oder Ausflügen weiterzuentwickeln. Auch die Zusammenarbeit mit benachbarten Samaritervereinen bietet Austausch und macht Spass. Zu guter Letzt haben wir einen tollen Vorstand.

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