Revision der Ortsplanung

Die nächsten Schritte

Die Revision der Ortsplanung wird sich auf das Lebens- und Arbeitsumfeld in Emmen auswirken. Nach dem Abschluss der Bevölkerungsumfrage ist es nun Zeit, um genauer auf die nächsten relevanten Schritte und die verschiedenen Instrumente zu schauen, deren Erarbeitung ansteht.

Mit dem Abschluss der repräsentativen Bevölkerungsumfrage ist der erste Meilenstein im Prozess zur Revision der Ortsplanung erreicht. Nun fliessen die Umfrageergebnisse in die Überarbeitung des städtebaulichen Gesamtkonzepts ein, welches in seiner finalen Form die räumliche Entwicklung verdeutlicht und konkrete Aussagen zur Dichte und Nutzung in den einzelnen Quartieren macht. Dabei werden die folgenden Grundsätze definitiv beibehalten:

Die Landschafts- und Grünräume werden erhalten
(Bsp. Emmen Dorf)
Durchgrünte, kleinteilige Wohn-quartiere bleiben durchgrünte, kleinteilige Wohnquartiere
(Bsp. Herdschwand)
Die bauliche Weiterentwicklung findet in den zentralen und mit dem ÖV sehr guterschlossenen Gebieten statt
(Bsp. Bhf Gersag/Sonnenplatz)

Des Weiteren wird sich die flächenmässige Ausdehnung der Siedlung auf die bestehende Bauzonenfläche beschränken und bauliche Anreize zur Erneuerung unattraktiver Bausubstanz werden gezielt gesetzt.

Phase 2: Erarbeitung neuer gesetzlicher Grundlagen


Die zweite Prozessphase startet ab 2020 mit der Erarbeitung der neuen gesetzlichen Grundlagen, vorrangig für das Bau- und Zonenreglement sowie den Zonenplan. Auf Basis der Empfehlungen im städtebaulichen Gesamtkonzept werden hierbei Themen wie die neue Überbauungsziffer und die neue Festlegung der Gebäudehöhen ausformuliert.


Wichtiger Bestandteil werden dabei ausserdem Qualitätskriterien sein, die konkret aufzeigen, welche baulichen Elemente in welchen Gebieten erfüllt sein müssen, um eine Baubewilligung zu erhalten. Beispielsweise kann dies in den zentralen Gebieten die Vorgabe sein, die Eingänge von Läden, Büros oder auch Wohnungen auf die Hauptstrassen auszurichten. Dadurch werden die Strassenräume wieder zu Lebensräumen, in denen sich die Menschen aufhalten, flanieren und begegnen.

Themen, die ebenfalls in dieser Phase behandelt und vertieft werden, sind:


  • Analyse der klimatischen Bedingungen und Handlungsbedarf
  • Verortung von Arealen mit übergeordneter Wichtigkeit und Ausstrahlungskraft und damit besondere Anforderungen an Qualität
  • Analyse der Wohnstrukturen in Zusammenhang mit den Steuererträgen
  • Massnahmenpakete für die Verkehrsbewältigung und die Verkehrssicherheit
  • Neues Parkplatzreglement
  • Erschliessungs- und Verkehrsrichtplan mit Aufzeigen der Lücken im bestehenden Netz und Massnahmen
  • Sicherung der Gewässerräume zur Förderung der natürlichen Entwicklung der Gewässer
  • Konzentration und Freispielen von Gebieten für das Gewerbe
  • Bedarf und Ermöglichung von attraktiven, urbanen Gebieten für Dienstleistungsbetriebe und Mischnutzungen (kurze Wege, keine zusätzliche Erzeugung von MIV)

Was bedeutet der Prozess für Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer?

Basierend auf dem städtebaulichen Gesamtkonzept werden die neuen Bauzonen festgesetzt. Es zeigt, welcher Charakter und welche Dichte in den einzelnen Gemeindegebieten angedacht sind (aktueller Entwurf: siehe Projekthomepage).


Unabhängig davon, ob der Zonencharakter auf einem Grundstück grundsätzlich verändert wird, wird es eine Anpassung der baulichen Möglichkeiten geben. Denn neu gilt für alle Gemeinden im Kanton Luzern die Überbauungsziffer statt der Ausnützungsziffer (eine Erklärung der neuen Begriffe finden Sie ab 2020 in der Emmenmail).


Möglichkeiten, die eigenen Interessen in der Phase 2 einzubringen, bestehen im Rahmen der Mitwirkung zum Entwurf der neuen gesetzlichen Grundlagen (voraussichtlich Ende 2020 / Anfang 2021) und im Rahmen der öffentlichen Auflage mit Einsprachemöglichkeiten (voraussichtlich Ende 2021 / Anfang 2022). Ab der öffentlichen Auflage muss ein Bauprojekt sowohl die bestehenden Gesetze als auch die neuen Bestimmungen einhalten, um bewilligungsfähig zu sein. Bis zum Zeitpunkt der öffentliche Auflage können Bauprojekte nach geltendem Recht bewilligt werden.


Rechtssicherheit über die neuen Möglichkeiten besteht ab Inkrafttreten der neuen Instrumente der Ortsplanung nach dem Beschluss des Einwohnerrats und der Genehmigung durch den Regierungsrat sowie nach Ablauf der Beschwerdefristen (voraussichtlich 2023).


Autorin: Christine Bopp

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