«Challenge accepted»

Neue Herausforderungen am «Gersag 2»


Die Klasse 2a stellt sich neuen Herausforderungen. Ihr Klassenlehrer fordert die Jugendlichen mit kniffligen Aufgaben heraus. Diese Challenges sollen begeistern und fördern. Als Challenge haben die Schülerinnen und Schüler auch diesen Artikel gleich selbst geschrieben.

Autoren: Emma Wiens, Lucien Müller, Tharuka Kunaratnam und Nora Gjoni

Einen halben Tag lang schweigen? «Challenge accepted.» (Bilder: zvg)

Die Klasse 2a aus dem Schulhaus Gersag 2 hat als Jahresmotto «Challenge Accepted!». Herausforderung angenommen! Sie wollen sich dieses Jahr speziell herausfordern. Eine Challenge ist eine knifflige Aufgabe, welche man sich selbst stellt oder andere zu lösen auffordert.

Im vergangenen Schuljahr hat die Klasse z.B. in einer Woche Zigarettenstummel gesammelt. Am Schluss kamen neun gefüllte 1,5-Liter-PET-Flaschen zusammen. Damit beteiligte sich die Klasse an einer Schweizer Challenge mit dem Ziel, eine Million Stummel zu sammeln. Dieses Jahr haben sie sich neue Challenges gesetzt: einen Vormittag lang nicht zu reden oder einen Bleistift von einer Schnur zu lösen.

Bleistift-Challenge

Klingt das zu einfach? Abwarten. Bei der Bleistift-Challenge hingen an einer Schnur im Gruppenraum viele Bleistifte. Sie alle waren mit komplizierten Fischerknoten befestigt. Die Klasse musste die Knöpfe lösen – ohne Schere natürlich – und sie für die nächsten wieder anknüpfen. Manche fanden es sehr schnell raus, andere brauchten etwas mehr Zeit. Einige konnten den Bleistift abmachen, bekamen ihn aber nicht mehr dran. Eine kleinere Version hat der Lehrer weiterhin im Schulzimmer aufgehängt. Einige versuchen es immer noch jeden Tag. Aufgeben will niemand.

«Wir wachsen und reifen besonders in den Momenten, in denen wir herausgefordert sind.»


Raphael Donzé, Klassenlehrer

«Mute-Challenge»

Bei der nächsten Challenge verschlug es den Schülerinnen und Schülern die Sprache. Sie führten an einem Freitagmorgen von 8.15 bis 11.45 Uhr die «Mute-Challenge» durch. Dabei durften sie den ganzen Morgen lang kein einziges Wort aussprechen. Sie konnten sich nur mit Pantomime verständigen oder man schrieb etwas mit dem Bleistift auf ein Kärtchen. Schüler Antonio sagt dazu: «Ich war von der Idee begeistert.»

Ausblick weitere Challenges

Als Nächstes steht ein strategisches Spiel auf der Liste, nämlich Schach. Genauer gesagt: ein Schachturnier. Die Klasse wurde in drei Gruppen eingeteilt (Anfänger bis Profi) und nun wird das Spiel eingeführt und trainiert. Ende Woche folgt schon das Turnier, worin sich der oder die Beste beweisen kann und als Sieger oder Siegerin gekrönt wird. Challenge accepted!

Interview mit Klassenlehrer Raphael Donzé

Wie kamen Sie auf die Idee, während des Unterrichts Challenges durchzuführen?

Als Gesellschaft sind wir in den letzten Monaten und Jahren zusätzlich herausgefordert. Vieles davon können wir nicht auf die Schnelle verändern. Entscheidend ist aber unsere Reaktion darauf. Ich persönlich möchte nicht jemand sein, der den Kopf in den Sand steckt oder die Faust im Sack macht, sondern konstruktive Lösungen findet. Das vermittle ich meinen Schülerinnen und Schülern.

Was lernt Ihre Klasse dabei?

Wir wachsen und reifen besonders in den Momenten, in denen wir herausgefordert sind. Angst ist aber eines der stärksten Gefühle. Angst verunsichert, lähmt und blockiert. Meine Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Herausforderungen mutig anzugehen, weil diese grosse Chancen in sich tragen.

Haben sich schon positive Veränderungen in der Klasse gezeigt?

Die Schülerinnen und Schüler haben eine positivere Haltung, was Herausforderungen angeht. Der Einfluss ist nicht direkt messbar, aber ein gesteigertes Selbstvertrauen durchaus spürbar. Sie hatten oft glückliche Gesichter, wenn sie eine Challenge gemeistert haben. Ich habe das Gefühl, sie akzeptieren neue Herausforderungen nun mutiger.

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