Kultur/Vereine

Verein Tageseltern-Vermittlung Emmen


Was einst mit vier Tagesmüttern und einer Handvoll Kindern begann, gleicht heute einem KMU mit rund 25 Angestellten und im Schnitt 120 Kindern, die übers Jahr betreut werden. Auf diese ermunternde Entwicklung, die der Verein Tageseltern-Vermittlung Emmen in den vergangenen 23 Jahren vollzogen hat, dürfen alle Beteiligten stolz sein.

Autorin: Melanie Sardella

Chiara mit Tagesmutter Dominique Schürmann. (Bild: zvg)

Die Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben ist ein wichtiges Thema unserer Gesellschaft. Mit dem Aufkommen neuer Familienstrukturen ist es unerlässlich, auch verschiedene Formen der Kinderbetreuung anzubieten. Wer sich hierbei für eine Tagesfamilie entscheidet, setzt auf eine individuelle Lösung. Vor allem die Flexibilität und die Anpassungsfähigkeit an die verschiedensten Bedürfnisse der Kinder und ihrer Eltern machen die Betreuung in einer Tagesfamilie unentbehrlich.

Soziale Vernetzung und aktive Integration

In einer Tagesfamilie werden maximal fünf Kinder gleichzeitig betreut, deshalb bleibt für das einzelne Kind mehr Zeit und Aufmerksamkeit. So ist es auch möglich, dass das Kind bei Bedarf abends länger bei seinen Tageseltern bleibt. In Ausnahmefällen sind Feiertags- und Wochenendbetreuungen möglich. Ist ein Kind mal krank (und nicht ansteckend), kann die Tagesmutter in Notfällen auch mal pflegen und hegen.

Tagesfamilien tragen stark zur sozialen Vernetzung bei. Sie öffnen ihre Familie für ein oder mehrere Kinder und sind bereit, diese an ihrem Alltag teilhaben zu lassen. Tageseltern unterstützen und fördern das Kind in seiner ganzen Entwicklung und Bildung. Kinder aus anderen Kulturen lernen in einer Tagesfamilie unsere Mentalität und Kultur kennen. Sie erweitern und festigen ihre Sprachkenntnisse und lernen, sich in der Gruppe zu integrieren. In diesem Sinne leisten Tageseltern einen wertvollen Beitrag zur Integration und Frühförderung.

Das Kindeswohl im Mittelpunkt

In einer Betreuung ist die Beziehung und die Bindung das Allerwichtigste. Kinder benötigen zum Aufwachsen Liebe, Anregung, Fürsorge, Pflege und Sicherheit. Wie wichtig eine Betreuungsperson für das Kind wird, hängt sowohl davon ab, wie viel Zeit die beiden miteinander verbringen, als auch davon, wie feinfühlig und konstant die Betreuungsperson auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen kann.

Das Wohl des Kindes steht bei der Tageseltern-Vermittlung Emmen denn auch eindeutig im Mittelpunkt, was die Ausführungen der langjährigen Tagesmütter Dominique Schürmann und Anna Congedi-Preite exemplarisch bestätigen:

Wieso machen Sie diesen Job?

Dominique Schürmann: Ich mache diesen Job, weil ich für meine Familie da sein kann und weil es mir Freude macht, Kinder bei mir zu haben.

Anna Congedi-Preite: Ich liebe Kinder über alles. Kinder sind mir sehr wichtig, da sie mir jeden Tag Freude schenken. Jedes Kind ist auf seine eigene Art speziell.

Was können Sie den Tageskindern bieten?

Schürmann: Stabilität, Sicherheit, Geborgenheit, Zeit und Zugehörigkeit zur Familie.

Congedi-Preite: In erster Linie Vertrauen. Mir ist es sehr wichtig, dass jedes Kind sich bei mir wohlfühlt.

Kontakt

Sie suchen einen Tagesplatz oder möchten sich als Tages­familie bewerben? Der Verein Tageseltern-Vermittlung Emmen freut sich über Ihre Kontaktaufnahme: Hochdorferstrasse 1, 6020 Emmenbrücke, Tel. 041 268 08 80, vermittlung@tageseltern-emmen.ch, www.tageseltern-emmen.ch.

Inwiefern unterscheidet sich die Beziehung zum Tageskind im Vergleich zum eigenen Kind?

Schürmann: Eigentlich nicht gross. Mir ist es wichtig, dass ich alle gleich behandle, ob Tageskind oder meine eigenen Kinder.

Congedi-Preite: Ich schaue immer, dass es sehr fair ist, sodass sich keines der Kinder benachteiligt fühlt. Es werden alle gleich mit Liebe betreut.

Wie ist das Verhältnis zu den leiblichen Eltern der Tageskinder?

Schürmann: Sehr freundschaftlich.

Congedi-Preite: Ich bin stolz auf die Eltern meines Tageskindes. Mir ist es wichtig, eine offene Beziehung zu haben und jedwede Anliegen miteinander besprechen zu können. Bei uns besteht eine Beziehung aus Geben und Nehmen.

Können Sie sich vorstellen, Ihr eigenes Kind ebenfalls fremdbetreuen zu lassen?

Schürmann: Ja, das könnte ich. Ich finde es schön, wenn Kinder mit anderen Kindern aufwachsen dürfen. Sie können viel voneinander lernen.

Congedi-Preite: Ja, weil ich weiss, dass die Tagesmütter gut betreut sind und sich viel Zeit für die Kinder nehmen.

Bleibt der Kontakt zum Tageskind auch nach Beendigung des Betreuungsverhältnisses bestehen?

Schürmann: Ja, immer.

Congedi-Preite: Ja, ich habe noch heute mit diversen betreuten Kindern einen schönen Kontakt. Das bedeutet mir sehr viel.

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