Kopf des Monats

Markus Willi


Gründer von «masanka.ch – Projekte für Tansania»

Autorin: Riccarda Rauter

Markus Willi bei einem seiner zahlreichen Besuche in Tansania. (Bild: Esther Willi)

Seit über 10 Jahren engagiert sich Markus Willi mit seiner Frau Esther für Hilfsprojekte in Tansania. Mit Leidenschaft setzen sie sich für zahnmedizinische Projekte ein. Heute haben die beiden sogar ein eigenes Hilfsprojekt, «masanka.ch». Ihr Ziel ist es bessere Bildungsmöglichkeiten in Tansania zu schaffen und neue Perspektiven zu öffnen.

Markus Willi, Sie engagieren sich neben Ihrer Tätigkeit als Zahnarzt für Projekte in Tansania. Wie sind Sie dazu gekommen?

Durch meinen Bruder bin ich zur Stiftung «Secours Dentaire International» gekommen. Als Projektleiter für Tansania besuche ich jährlich unsere Partnerkliniken, um zahnärztliches Knowhow an die einheimischen Kollegen zu vermitteln und die Zahnprophylaxe an Schulen zu fördern. Neben dieser ehrenamtlichen Tätigkeit habe ich mit meiner Frau Esther «masanka.ch» gegründet, um private Projekte zu entwickeln.

«Die Armut in Tansania ist gross. Der Lebensstandard muss verbessert werden, um den Menschen im eigenen Land eine Zukunft zu geben.»


Markus Willi

Was haben Sie sich mit Ihrem Engagement zum Ziel gesetzt?

Im zahnmedizinischen Bereich versuchen wir, den Standard der Kliniken stetig zu verbessern und den Prophylaxeunterricht an den Schulen auszubauen. Auf unseren Reisen treffen wir viele Menschen und erfahren von ihren Sorgen und Nöten. Handlungsbedarf gibt es immer und überall. Es ist uns bewusst, dass wir nicht die Welt verändern können, doch mit «masanka.ch» können wir punktuell dort helfen, wo es dringend nötig ist.

Welches sind die aktuellen Projekte in Tansania?

Zwei Projekte sind am Start: Im Dezember 2020 eröffnen wir im Auftrag von SDI die neue Zahnklinik in Tunduru und beginnen mit dem Prophylaxeunterricht an den Schulen. Das aktuelle Projekt von masanka.ch ist die Mädchenschule in Lukuledi. Wir setzen uns für die Verbesserung der Rechte und der gesellschaftlichen Stellung der Frauen in diesem rückständigen Landstrich ein. Mit der neuen Bildungsmöglichkeit möchten wir den jungen Frauen eine Alternative zum bisherigen Lebensziel, Mutter von möglichst vielen Kindern zu werden, bieten.

Läuft alles nach Plan?

Im Moment schon, auch wenn die aktuelle Situation mit Corona einige Hindernisse mit sich bringt. Wir können nicht nach Tansania fliegen und müssen deshalb alles von der Schweiz aus online regeln. Die Organisation aus der Ferne bringt viele Herausforderungen mit sich, man muss sehr flexibel sein und improvisieren können. Zudem wird alles viel zeitintensiver, da man detaillierter planen muss, als wenn man direkt vor Ort wäre. Die finanziellen Mittel für unsere Bildungsprojekte sind immer ein Knackpunkt und wir sind auf Spenden angewiesen. Deshalb haben wir die Ausstellung im Betagtenzentrum Alp organisiert. Für grössere Spenden zugunsten unseres Projektes in Lukuledi bieten wir als Gegenleistung eines der ausgestellten Bilder als Geschenk an.

Tingatinga, was ist das genau?

Tingatinga ist eine Malkunst aus Tansania. Wir haben alle Bilder dieser Ausstellung in Daressalam in einem Atelier mit verschiedenen Künstlern gekauft. Die farbenfrohen Bilder zeigen Tierdarstellungen und Alltagsszenen. Jeder Künstler hat seine «Spezialitäten» bezüglich der Motive, was eine interessante Vielfalt ergibt.

Was fasziniert Sie am meisten in Tansania?

Es ist grossartig, wieviel man mit Beharrlichkeit und Improvisationstalent erreichen kann und wie dankbar die Menschen in Tansania sind. Jeder Erfolg macht uns glücklich und stolz. Die Kinder und Jugendlichen zeigen sehr grosses Interesse und Freude an der Bildung und wissen dieses Privileg zu schätzen.

Es gibt jedoch auch viele Schattenseiten in Afrika. Was sind die grössten Herausforderungen?

Wir haben sehr engagierte Menschen vor Ort, die unsere Pläne wunderbar umsetzen. Doch was passiert, wenn diese Vertrauenspersonen den Ort verlassen, versetzt werden oder die Stelle wechseln? Die grösste Herausforderung ist es, eine Zahnklinik oder ein anderes Projekt so aufzugleisen, dass es auch bei Personalwechsel und auch ohne unsere Hilfe weiterfunktioniert. Nachhaltigkeit ist ein schönes Wort, aber die Umsetzung ist schwierig. Man muss Rückschläge einstecken können.

Tingatinga – Art for charity

Im Betagtenzentrum Alp kann man bis am 31. Dezember 2020 die Ausstellung bewundern. Sie ist täglich von 8 bis 17 Uhr zugänglich. Die Tingatinga-Kunst mit den farbenfrohen und fröhlichen Motiven ist typisch für Tansania. Bei einem höheren Spendenbetrag erhält man als Dankeschön eines der Tingatinga-Ölbilder. Gegen einen kleineren Spendenbetrag bekommt man einen Jahreskalender mit Tierbildern aus Tansania. Die Bilder können Sie sich ausserdem auch au www.masanka.ch anschauen.

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