Emmen Schule

Das ganze «Gersag 2» ist auf den Beinen


Bei schönstem Wetter fand die diesjährige Herbstwanderung statt. Wegen Corona zwar nicht wie üblich, das verdarb uns aber nicht die gute Laune.

Autor: Lukas Scharpf

Die Sekundarschulklassen des «Gersag 2» waren auf Herbstwanderung 2020 – und sind mit vielen Eindrücken zurückgekehrt. (Bilder: Schülerinnen/Schüler Sek G2)

Zum Glück wurde es in der zweiten Woche nach den Ferien trocken und wärmer. So konnte die Herbstwanderung 2020 bei angenehmen Bedingungen stattfinden. Am Nachmittag riss gar die Wolkendecke auf und die Sonne strahlte. 27 Lehrpersonen und über 220 Schülerinnen und Schüler des «Gersag 2» machten sich am Dienstag, 20. Oktober 2020, auf den Weg.

Sternförmig liefen wir vom Schulhaus weg: ob via Sedel oder via Rathausen zum Rotsee und weiter zum Dietschiberg, der Reuss nach Richtung Luzern über die Musegg zum Konservatorium oder der Emme entlang zum Brunauer Berg und weiter nach Hellbühl.

Wandern? Freiwillig?

Viele unserer Schülerinnen und Schüler wandern gerne. Sie sind gerne draussen. Sie sind gerne aktiv. Manche geben das sogar zu. Aber zum Jugendalter gehört auch ein innerer Widerstand gegen diese Vorhaben der Schule. Die offenkundige Wanderlust der Lehrpersonen bleibt für Einzelne schwer nachzuvollziehen: «Sie! Wandern Sie wirklich gerne?» Ja. Sehr gerne sogar. «Und in den Ferien gehen Sie auch wandern?» Ja. In allen Ferien. «Freiwillig?» Ja. «Uiii!»

Diese Antworten müssen erst mal verdaut werden. Aber die nächsten Fragen kommen schnell. Es sind vor allem die Gespräche, nicht nur übers Wandern, welche diesen Tag so wertvoll machen. Die Jugendlichen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, wir erleben etwas zusammen, losgelöst vom Unterricht. Es gibt Platz und Zeit für Gespräche, wie sie an der Schule nur selten oder gar nicht stattfinden.

Wandern trotz Corona

Die Schule leistet ihren Beitrag im Kampf gegen die hohen Ansteckungszahlen. Das hat auch die diesjährige Herbstwanderung geprägt. Diese begehen wir eigentlich gemeinsam. Zwar gestaffelt, aber auf derselben Route, und alle Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler essen zusammen im Wald oder auf der Wiese Zmittag.

Auf diese Tradition nimmt das Virus keine Rücksicht. Wir vermeiden die Durchmischung der Kinder verschiedener Klassen. Deshalb verteilten sich die Klassen auf individuelle Routen. Gemeinsam unterwegs waren nur Parallelklassen, die auch zusammen Sportunterricht haben. Auch verzichteten wir alle bewusst auf die öffentlichen Verkehrsmittel an diesem Wandertag.

Lohn für die Strapazen

Nach den ersten acht Kilometern, inmitten der prächtigen Herbstfarben und mit frischer Luft in Lunge und Kopf, verstehen sie schon fast des Lehrers Wanderlust. «Es ist schon schön hier.» Finde ich auch. «Ich glaube nicht, dass ich später einmal wandern werde. Also, wenn ich erwachsen bin, meine ich.» Vielleicht nicht, das ist okay.

Unsere Schülerinnen und Schüler müssen nicht alle zu Wandervögeln werden. Aber als besagter Schüler am Mittag nach 2,5 Stunden Marsch oben beim Konservatorium in Luzern ankam, schnaufend und schwitzend, setzte er sich auf die Bank und hielt kurz inne. Das Gesicht in der Sonne, den Blick über den Vierwaldstättersee auf die Alpen. Ein Moment Ruhe. Er lächelte. Stolz auf sich und glücklich.

Sie wachsen über sich hinaus und erweitern ihren Horizont. Darum geht es im Idealfall. In der Schule und auf der Herbstwanderung. Ein «Hey!» von einem Mitschüler, die Ruhe ist weg, die Aufmerksamkeit ist wieder bei den Freunden. Es wird laut und es wird gelacht. Auch darum geht es.

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