Einwohnerrat

Ein Park von und für Emmen


Alles bereit zum Flanieren, Verweilen und Spazieren: Der Emmenpark auf dem Grundstück der Viscosistadt AG trägt massgeblich zur Attraktivität des im Wandel befindlichen Areals bei. Nun soll das grüne Idyll an der Kleinen Emme offiziell der Gemeinde übertragen werden.

Autor: Philipp Bucher

Ein Park in historischem Ambiente: Der Emmenpark wartet darauf, von der Emmer Bevölkerung erobert zu werden. (Bild: pbu)

Die Viscosistadt gilt als das kreative Zentrum der Gebietsentwicklung Luzern Nord. Die Ansiedlung der Hochschule Luzern – Design & Kunst und die anstehende Ergänzung um die Fachklasse Grafik bekräftigen diesen Ruf ebenso wie die auf dem Gelände laufenden Projekte Spinnerei und Filmstadt. Das Areal versprüht dank seiner Geschichte und der charakteristischen Bauten nicht bloss einen besonderen Charme, sondern bietet auf einer Fläche so gross wie die Luzerner Altstadt überdies alles, was städtisches Leben ausmacht: rund 90 000 Quadratmeter für Gewerbe, Büros, Wohnen, Kultur, Bildung, Gastronomie, Industrie und Kleinhandel, ergänzt mit begrünten Plätzen und Innenhöfen sowie einem grossen öffentlichen Park am Fluss – dem Emmenpark.

Noch befindet sich dieser im Eigentum der Viscosistadt AG. Nun, da der Emmenpark im Nachgang an die Erstellung des Annexbaus der HSLU Design & Kunst in einer ersten Etappe möbliert, bepflanzt, angesät und fertiggestellt werden konnte, sollen die insgesamt rund 9300 Quadratmeter umfassenden Grundstücke an die Einwohnergemeinde Emmen übertragen werden. Der entsprechende Vertrag liegt dem Einwohnerrat im Rahmen der November-Sitzung zur Genehmigung vor.

In Unterhaltsobhut

Der Vertrag umfasst im Wesentlichen folgende Punkte: Erstens ist vorgesehen, dass die Gemeinde Emmen die betroffenen Grundstücke (vgl. rot markierte Flächen Planübersicht) von der Viscosistadt AG kostenlos übertragen erhält. Die Viscosistadt AG ihrerseits hat zweitens in eigener Verantwortung und auf eigene Kosten die erste Etappe des Emmenparks zu erstellen. Im Gegenzug verpflichtet sich die Gemeinde Emmen drittens, den Emmenpark dauerhaft der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, die Anlage zu unterhalten und bei Bedarf allenfalls auch zu erneuern.

Wie der Gemeinderat im zugehörigen Bericht und Antrag festhält, muss für die Parkfläche mit jährlichen Unterhaltskosten in der Grössenordnung von 68 000 Franken gerechnet werden. Diese Aufwendungen beinhalten das Pflegen der Grünflächen und Bäume inklusive Entsorgung und Transport des Grüngutes, den Winterdienst auf den Wegen, die Reinigung und das Leeren der Abfallbehälter inklusive der zugehörigen Entsorgung, die Kosten für den Betrieb und die Reparatur der öffentlichen Beleuchtung sowie kleinere Reparaturarbeiten an der Infrastruktur und dem Mobiliar.

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Emmenpark Planübersicht: Übernahme gemäss Vertrag 1. Etappe (rot), Parzelle Gemeinde Emmen 2. Etappe (orange).

Attraktiver Freiraum mit Geschichtsbezug

Diesen Aufwendungen gegenüber steht die Überzeugung des Gemeinderates, dass die Lage des Parks zur Attraktivität des neuen Quartiers beitrage und den Bezug zur Kleinen Emme schaffe. Tatsächlich bringt der Emmenpark naturnahen Freiraum innerhalb des dicht bebauten Quartiers hervor. Er wirkt als Flanierzone, Begegnungsort und Treffpunkt gleichermas­sen. Der Park ist ähnlich einer Flussterrasse gestaltet und gewährt den Besucherinnen und Besuchern einen niederschwelligen Zugang zum Wasser.

Der öffentlich zugängliche Emmenpark ist als wertvoller Erholungsraum in der Viscosistadt gedacht, mit Blumenwiesen, Bäumen und Sitzgelegenheiten. Eine Besonderheit ist das alte Klärbecken, das wie ein Amphitheater am Ufer der Kleinen Emme platziert ist. Im Innern des Rings lädt eine chaussierte Fläche zu vielfältigen Aktivitäten ein, vom Boulespiel über Veranstaltungen hin zu Picknicks.

«Der Erhalt eines der Klärbecken sowie des Gleisstranges verbindet den Emmenpark mit seiner Industriegeschichte und gibt dem Areal ein eigenständiges prägendes Merkmal; der Emmenpark erzählt eine Geschichte», betont der Gemeinderat, der in der Parkanlage denn auch eine Aufwertung für die ganze Gemeinde ortet. Die Nähe zu Fluss und Natur, das Wilde der Kleinen Emme und der Rotenwald, der über den Viscosisteg gut angebunden ist, würden ein Gefühl von grosszügiger, ökologisch geprägter Landschaft vermitteln.

Nördliche Parkausdehnung geplant

Die Erstellung des Parks erfolgt in zwei Etappen. Die erste Etappe wurde von der Viscosistadt AG bereits realisiert. Mit der künftigen Bebauung des Baufeldes F soll in einer zweiten Etappe der restliche Teil des Parks durch die Integration des gemeindeeigenen Grundstückes (vgl. orange markierte Fläche Planübersicht) verwirklicht werden. «Dies wird dem Emmenpark mit einer Gesamtfläche von rund 13 000 Quadratmetern schlussendlich zur landschaftlichen Grösse verhelfen», konstatiert der Gemeinderat.

Zunächst allerdings hat der Einwohnerrat über den Eigentumsübergang zu befinden. Der entsprechende Bericht und Antrag inklusive öffentlicher Urkunde und Planübersicht kann hier eingesehen werden.

Update 17.11.2020

Der Emmenpark wird offiziell von der Viscosistadt AG auf die Gemeinde übertragen. Das Parlament hat an der Sitzung vom 17. November 2020 den entsprechenden Bericht und Antrag des Gemeinderates einstimmig angenommen.

Einwohnerratssitzung

Die nächste Einwohnerratssitzung findet statt am Dienstag, 17. November 2020, ab 14 Uhr, im Betagtenzentrum Emmenfeld. An der Sitzung gilt ständige Maskentragepflicht und es sind maximal 15 Besucherinnen und Besucher zugelassen. Die vollständige Traktandenliste ist hier einsehbar.

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