Einwohnerrat

Schlechte Noten für zweiten Grosskreisel in Emmenbrücke

Ein Kreisverkehr mit Einbahnregime u.a. entlang der Gerliswilstrasse ist nicht zielführend. (Bild: lbr)

Eigentlich sollte er verkehrsberuhigend wirken, doch wäre viel eher das Gegenteil der Fall: Der von vier Ratsmitgliedern postulierte Grosskreisel für die Gerliswil-, Gersag- und Rüeggisingerstrasse überzeugt den Gemeinderat nicht. Dennoch möchte dieser das Postulat nicht komplett verwerfen.

Jener am Seetalplatz hat sich bewährt, ein zweiter soll es ihm nun gleichtun. Die Rede ist von Grosskreiseln, die – der Seetalplatz machts vor –, durchaus ein probates Mittel zur effektiven Verkehrsberuhigung darstellen können. So erscheint es durchaus legitim, eine derartige Verkehrsführung für die teils überlasteten Strassen rund um den Sonnenplatz zu prüfen.


Vier Ratsmitglieder der SVP, Grünen und SP haben mittels eines Postulats genau das verlangt. Konkret: Der Gemeinderat soll einen Kreisverkehr mit Einbahnregime auf der Gerliswil-, Gersag- und der Rüeggisingerstrasse prüfen (siehe Abbildung). Ausgenommen vom Einbahnverkehr bliebe der ÖV, der die freiwerdende Fahrbahn als Busspur in beide Richtungen nutzen können soll.

Kontraproduktive Auswirkungen

Da es sich bei der Gerliswilstrasse um eine Kantonsstrasse handelt, hat der Gemeinderat das im Postulat geforderte Verkehrskonzept «Kreisring Sonnenplatz» in Absprache mit dem Kanton Luzern durch externe Verkehrsexperten prüfen zu lassen. Deren verkehrstechnische Beurteilung, die der nun vorliegenden Beantwortung des Postulats als Fundament dient, fällt indes ernüchternd aus. Der «Kreisring Sonnenplatz» führe demnach nicht zu einer Verkehrsberuhigung, sondern würde im Gegenteil die Situation noch verschärfen.


Die zur Verfügung stehende Verkehrsfläche durch den einspurigen Einbahnverkehr würde sich auf einen Schlag praktisch halbieren. Die Folge wäre eine deutliche Verkehrszunahme auf dem verbleibenden Fahrstreifen, was sich überdies direkt auf das umliegende Strassennetz auswirken würde. Zu Spitzenstunden entstünden Rückstaus von rund 750 Fahrzeugen, was einer Staulänge von 4,5 Kilometern entspreche, konstatiert der Gemeinderat, der darin nicht nur eine massive Verschlechterung für den motorisierten Individualverkehr ortet, sondern auch vor grossen Behinderungen für den ÖV warnt.


Projekt «Bushub Gersag» bereits lanciert

Betreffend ÖV besteht noch ein weiteres Problem. Der angedachte Kreisverkehr würde nämlich den Einsatz von elektronischen Busspuren (EBS) in der Gerliswil- und Gersagstrasse bedingen. Für die starke Frequentierung mit je zwölf Kursen pro Richtung und Stunde sei dies kein gangbarer Weg: «Die neue Verkehrsführung bringt für den ÖV keinerlei Verbesserungen», schreibt die Exekutive, «da die Verlustzeiten in den Systemzufahrten und im Warteraum vor der EBS unverhältnismässig zunehmen.»


Nichtdestotrotz werden im Postulat auch Forderungen aufgeführt, die beim Gemeinderat auf offene Ohren stossen. So wurde die geforderte Neuplatzierung der Bushaltestellen Emmenbrücke Gersag ausserhalb der Fahrbahn unabhängig vom Postulat im Rahmen des Projekts «Bushub Gersag» bereits lanciert, dies auch hinsichtlich des geplanten Umbaus des Bahnhofs Emmenbrücke Gersag.


Ebenfalls befürwortet die Exekutive das Anliegen der Postulanten nach einer Optimierung der unbefriedigend gelegenen Fussgängerstreifen am Sonnenplatz. Die Gemeinde Emmen hat den Kanton Luzern, in dessen Hoheit die Gerliswilstrasse liegt, hinsichtlich dieser Thematik sensibilisiert und wird sich weiter mit Nachdruck für eine gute Fussgängerführung einsetzen.


Autor: Philipp Bucher

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