Einwohnerrat

Auf Umwegen zum neuen Schultrakt

Der Erweiterungsbau Trakt 4 in der Schulanlage Erlen bietet Platz für rund 300 Schülerinnen und Schüler.

Die Erstellung des Ergänzungsbaus Erlen Trakt 4 zieht aufgrund der ungeplanten Zusatzrunde via Provisorium Mehrkosten nach sich. Diese sollen mit einem Nachtragskredit gedeckt werden, der nun beim Einwohnerrat beantragt wird.

2018 hatte sich das Emmer Stimmvolk klar für den Erweiterungsbau in der Schulanlage Erlen ausgesprochen und den Baukredit in der Höhe von rund 9,4 Millionen Franken mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 76,2 Prozent genehmigt. Seither ist das Bauprojekt einen weiten Weg gegangen, vorbei an Beschwerden über mehrere Instanzen, geleitet von eingehenden Variantenprüfungen, bis hin zu einem zwangsläufigen, provisorischen Zwischenrast.


Alle diese Stationen haben die angetretene Reise nicht bloss arg verzögert. Wie sich heute zeigt, sorgt der ungewollte Umweg auch für einige Mehrkosten. Aus den ursprünglichen 9,4 Millionen sind mittlerweile knapp 13,4 Millionen Franken geworden. Ein Plus von fast vier Millionen Franken, die zur Fertigstellung des benötigten Schulraums fehlen und deshalb nun beim Einwohnerrat in Form eines Nachtragskredits beantragt werden.

Neue Rechnungslegung, neue Kosten­faktoren

Wie sich diese Mehrkosten im Detail zusammentragen, legt der Gemeinderat in seinem Bericht und Antrag dar, welcher für die kommende Parlamentssitzung traktandiert ist. Hierin wird ersichtlich, dass sich die Summe des Nachtragskredits nicht nur aus den Ausgaben für den Bau des Provisoriums speist, die mit gut 2,4 Millionen Franken den Löwenanteil ausmachen, sondern ebenso aus nachträglichen Kosten für Gebäude- und Umgebungsarbeiten, aus Investitionen für Betriebseinrichtungen und Schulmobiliar sowie einem Reservepolster.


Dabei ist wichtig zu betonen, dass zirka 30 Prozent der Mehrkosten unmittelbar an neuen Vorgaben innerhalb der Rechnungslegung hängen, die für den ursprünglichen Kostenvoranschlag aus dem Jahr 2017 noch nicht gegolten haben. So erklärt der Gemeinderat: «Gemäss neuem FHGG § 35 Abs. 2 (Einheit der Materie) dürfen Ausgaben, die in einem sachlichen Zusammenhang zueinander stehen, nicht aufgeteilt werden.» Dies betrifft etwa das fehlende Schulmobiliar, das nun ebenfalls ins Budget einfliesst und nicht wie anfänglich vorgesehen über die Investitionsrechnung finanziert wird.

Teurer Umweg

Die mit dem neuen Finanzhaushaltsgesetz (FHGG) zusammenhängenden Posten sind somit direkt auf die verspätete Ausführung infolge des erzwungenen Umweges über das Provisorium zurückzuführen.


Dies gilt auch für Baukosten, die ohne die Errichtung des Provisoriums bzw. die nun nötige Demontage in tieferem Umfang ausgefallen wären. «Da die Holzmodule nicht mehr mit dem Lastwagen direkt zum endgültigen Standort transportiert werden», schreibt der Gemeinderat, «wird bei der Montage ein Kran mit einem grösseren Schwenkradius benötigt, welcher deutlich teurer ist.»


Vollständiger Schulbetrieb ab Januar 2021

Ferner kommen die unter den Kostenpositionen Gebäude und Umgebung gesammelten Nachträge in der Höhe von rund 740 000 Franken hinzu. Hierunter fallen etwa Mehrkosten für Brandschutzmassnahmen, Projektanpassungen und Korrekturen, Änderungen in der Bauleitungsfunktion und Gärtnerarbeiten. Eine detaillierte Auflistung der Kostendifferenzen zwischen dem Kostenvoranschlag 2017 und 2019 ist dem Bericht und Antrag beigelegt. Das gesamte Dokument findet sich hier.


Die Bewilligung des Nachtragskredits im Umfang von total knapp vier Millionen Franken durch den Einwohnerrat ist das letzte Puzzleteil, um den vierten Gebäudetrakt der Schulanlage Erlen realisieren zu können. Laut aktuellem Terminplan lässt sich der gesamte Trakt noch vor den Weihnachtsferien 2020 fertigstellen.


Autor: Philipp Bucher

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Teilen Sie Ihn mit Freunden: