Siegerprojekt für Zentrumsentwicklung beim Sonnenplatz steht fest

Luftaufnahme mit Planungsperimeter (Projekt- und Ideenperimeter) des Areals Sonne. (Quelle: Google Earth)

Die geplante Überbauung auf dem Areal Sonne zwischen der Gersag- und Gerliswilstrasse ist einen grossen Schritt weiter: Nach mehrstufiger Prüfung durch das Beurteilungsgremium wurde das Siegerprojekt des Studienauftrags Sonne gekürt – ein Projekt, welches die hochwertige Verdichtung an zentraler Lage sichert, wie sie von der Emmer Bevölkerung befürwortet wird.

Das Siegerprojekt des Teams Steib Gmür Geschwentner Kyburz Partner AG mit koepflipartner Landschaftsarchitekten Luzern überzeugte das zehnköpfige Beurteilungsgremium insbesondere mit der Durchlässigkeit der Baustruktur und der Einbindung des schützenswerten Gasthauses Adler entlang der Gerliswilstrasse. Zudem werde mit den Neubauten eine hohe bauliche Dichte mit gleichzeitig guten aussenräumlichen Qualitäten erzielt, würdigt die Jury das Projekt in ihrem Schlussbericht.

Die Informationsveranstaltung zum Studienauftrag Sonne stiess seitens der Emmer Bevölkerung auf reges Interesse. (Bild: Philippe Hubler)

Wohn- und Nutzungsmix mit Grünräumen

Auf dem Areal Sonne zwischen der Gersag- und Gerliswilstrasse in Emmenbrücke, angrenzend an den Sonnenplatz gelegen, soll in den nächsten Jahren ein attraktives Quartier mit einem mehrheitlichen Anteil an Wohnnutzungen entstehen. Neben bestehenden Bauten entlang der Gerliswilstrasse gibt es auf dem Areal auch Familiengärten. Auslöser für die Planungen sind mehrere Grundeigentümer im Areal, welche ihre Grundstücke entwickeln wollen. Die Gemeinde ist ebenfalls an der Entwicklung interessiert und setzte voraus, dass alle Grundstücke entlang der Gerliswilstrasse in die Planungen miteinbezogen werden.

Josef Schmidli, Gemeinderat und Direktor Bau und Umwelt, und Enzo Gemperli, Leiter Departement Hochbau und Planung, freuen sich, dem grossen Potenzial des Areals Sonne mit dem Richtprojekt ein Gesicht geben zu können. (Bild: Philippe Hubler)

Die Komposition des Siegerprojekts besteht zum einen aus vier mehrgeschossigen Baukörpern entlang der nördlichen und östlichen Perimeterlinie, zum anderen aus möglichen Ersatzneubauten entlang der Gerliswilstrasse. Die geplanten vier neuen Baukörper im Bereich der heutigen Familiengärten bilden zusammen mit den bestehenden Bauten beziehungsweise den Ersatzneubauten entlang der Gerliswilstrasse ein Ensemble mit einem begrünten, offenen Freiraum. Dabei sind alle neuen Gebäude als prägende Einzelbauten konzipiert und so angeordnet, dass sie Sichtverbindungen in alle Richtungen freigeben.


Entlang der Gersagstrasse betonen die Neubauten den städtischen Strassenraum, welcher sich durch die Gebäudezwischenräume mit dem neuen Siedlungsraum verbindet. Publikumsorientierte Erdgeschossnutzungen sorgen zusammen mit einem mit Bäumen gesäumten Trottoirbereich inklusive eines neu zu gestaltenden Veloweges für eine weitere Belebung des Gebiets.

Qualitative Aufwertung am Sonnenplatz

«Das Vorgehen im Bebauungsplangebiet Sonne ist ein Musterbeispiel für eine qualitätsvolle, städtebauliche Entwicklung über mehrere Grundstücke», lobt Enzo Gemperli, Leiter Departement Hochbau und Planung bei der Gemeinde Emmen, das Siegerprojekt. Hervorzuheben seien insbesondere die gute Einbettung in die städtebauliche Struktur und in das bestehende Ortsgefüge sowie die hohe Qualität und Diversität des Wohnungsangebotes.


«Mit der mass- und sinnvollen Verdichtung, der durchlässigen Ausgestaltung sowie den begrünten Aussenräumen und der Durchwegung schliesst die Überbauung Sonne nicht bloss eine Siedlungslücke. Darüber hinaus erzielt sie eine sowohl funktionale wie auch ästhetische Aufwertung des Begegnungsortes rund um den Sonnenplatz», bilanziert Gemperli. Da das Gasthaus Adler am Sonnenplatz mit einem möglichen Erweiterungsbau in den Bebauungsplan miteingebunden wird, bleibe überdies die historische Substanz des Gebiets erhalten.

«Das Vorgehen im Bebauungsplangebiet Sonne ist ein Musterbeispiel für eine qualitätsvolle, städtebauliche Entwicklung über mehrere Grundstücke»

Enzo Gemperli, Leiter Departement Hochbau und Planung

Visualisierung des Siegerprojekts von Steib Gmür Geschwentner Kyburz Partner AG. (Bild: zvg)

Baudirektor Josef Schmidli. (Bild: Philipp Hubler)

Anliegen der Emmer Bevölkerung

Das Konzept, das der Überbauung auf dem Areal Sonne zugrunde liegt, deckt sich mit den Erkenntnissen aus der Bevölkerungsumfrage im Zuge der laufenden Ortsplanungsrevision, wonach die Emmer Bevölkerung dem Gebiet Sonnenplatz eine hohe Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde attestiert. «Die Emmerinnen und Emmer haben sich deutlich für eine hochwertige Verdichtung an zentraler Lage ausgesprochen», konstatiert Josef Schmidli, Gemeinderat und Direktor Bau und Umwelt. «Es ist sehr erfreulich, diesem Ansinnen mit dem Siegerprojekt ein Gesicht geben zu dürfen.»


Tatsächlich soll gemäss Bevölkerungsumfrage das städtebauliche Gesamtkonzept eine hochwertige Verdichtung in den Zentrumszonen ermöglichen und somit neuen Raum für Wohnen und Arbeiten schaffen. Eine Aufwertung mit mehr Aufenthaltsqualität wird für das Gebiet rund um den Sonnenplatz explizit gewünscht. 83 Prozent der Umfrageteilnehmenden möchten, dass der Sonnenplatz zukünftig mehr zum Verweilen einlädt und die Verbindung zu Bus und Bahn verbessert wird.


Für das Gebiet bestehe grosses Potenzial für eine neue, qualitativ hochwertige Zentrumsentwicklung, betont Gemeinderat Josef Schmidli. «Durch den geplanten Ausbau des Bahnhofs Gersag in Kombination mit dem Projekt ‹Bushub Gersag› wird dieses Gebiet einen Belebungsschub erfahren. Der neue Siedlungsraum auf Grundlage des Siegerprojekts nimmt diesen Schub auf und leistet städtebaulich wie auch wirtschaftlich einen wesentlichen Beitrag zur attraktiven Entwicklung im Zentrum von Emmen», sagt Baudirektor Schmidli.


Erste Neubauten sollen 2024 fertig sein

Das Siegerprojekt ist das Resultat eines mehrstufigen Studienauftrags über ein Areal mit sechs Eigentümern. Insgesamt haben sechs anerkannte Planerteams am Studienauftrag teilgenommen. Mit der Wahl des Siegerprojekts ist die Bebaubarkeit des Areals nun einen grossen Schritt weiter. Als nächstes wird der notwendige Bebauungsplan von der Gemeinde erarbeitet.


Der Grobzeitplan sieht vor, dass mit den Bauarbeiten der ersten Gebäude Anfang 2022 etappenweise begonnen wird und dass die ersten fertiggestellten Neubauten ab 2024 bezogen werden können.


Autor: Philipp Bucher

Modell der geplanten Überbauung des Areals Sonne beim Sonnenplatz in Emmenbrücke. (Bild: zvg)

«Der neue Siedlungsraum auf Grundlage des Siegerprojekts leistet städtebaulich wie auch wirtschaftlich einen wesentlichen Beitrag zur attraktiven Entwicklung im Zentrum von Emmen»

Josef Schmidli, Direktor Bau und Umwelt

Arealentwicklung Sonne

Die öffentliche Informationsveranstaltung zum Studienauftrag fand statt am 5. November 2019 im Le Théâtre, Emmenbrücke Gersag. Tags darauf konnten neben dem Siegerprojekt auch alle anderen Resultate des Studienauftrags Sonne im Zuge einer öffentlich zugänglichen Ausstellung besichtigt werden.


Bevor als nächstes die ersten Baugesuche eingereicht werden können, muss die Gemeinde einen Bebauungsplan über das gesamte Areal erarbeiten. Als Grundlage für den Bebauungsplan dient dabei das Siegerprojekt des Studienauftrags Sonne als Richtprojekt. Während des Bebauungsplanverfahrens wird die Bevölkerung zur Mitwirkung eingeladen werden. Der Bebauungsplan muss schliesslich vom Einwohnerrat und vom Regierungsrat beschlossen werden.

Weitere Informationen zur Arealentwicklung Sonne finden Sie unter www.emmen.ch/sonne

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