Gleichstellung

Gemeinde Emmen schärft ihr Arbeitgeberinnenprofil


Der Gemeinderat Emmen setzt sich für attraktive und faire Arbeitsbedingungen in der Gemeindeverwaltung ein. Die Überprüfung des Lohnsystems sowie die Unterzeichnung der Lohngleichheits-Charta bekräftigen dieses Engagement – und sollen zusammen mit anderen Massnahmen die Arbeitgebermarke «Gemeinde Emmen» weiter stärken.

Autor: Philipp Bucher

Ohne motivierte Mitarbeitende läufts nicht. Das gilt für die Privatwirtschaft ebenso wie für die öffentliche Hand. Der Emmer Gemeinderat scheut sich denn auch nicht, mit diversen Massnahmen die Arbeitsbedingungen für das Verwaltungspersonal zu verbessern. (Bild: pbu)

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit. In ihren Funktionen als Arbeitgeberin, Dienstleisterin und Auftraggeberin gilt dieser Grundsatz für die Gemeindeverwaltung Emmen schon lange. Die Gleichstellung und Chancengleichheit von Frau und Mann ist denn auch explizit im Personalreglement der Gemeinde Emmen verankert und die Verwaltungsbehörde verfügt seit über 20 Jahren über ein geschlechtsneutral aufgebautes Lohnsystem.

«Die Gemeinde Emmen setzt sich seit Jahren für die Gleichstellung und Chancengleichheit der Geschlechter innerhalb der Verwaltung ein.»


Ramona Gut-Rogger, Gemeindepräsidentin

Geschlechterübergreifende Lohngleichheit ist gewährleistet

Dass dieses geschlechterunabhängige Besoldungssystem in der Praxis hält, was es auf dem Papier verspricht, bestätigt nun ein externer Prüfbericht. Im Rahmen des revidierten Gleichstellungsgesetzes (GIG) des Bundes wurde das Lohnsystem der Gemeinde Emmen jüngst im Hinblick auf die systematische Einhaltung der Lohngleichheit durch eine unabhängige Revisionsstelle formell überprüft. Das Ergebnis: Der nicht erklärbare Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern in der Gemeindeverwaltung Emmen liegt bei vergleichsweise tiefen 1,1 Prozent.

Das heisst, dass Frauen in der Gemeindeverwaltung bei sonst gleichen Voraussetzungen 1,1 Prozent weniger verdienen als die Männer. Dieser Wert liegt bedeutend unter der Toleranzschwelle von fünf Prozent, die für das Beschaffungswesen des Bundes gilt, und ist statistisch nicht signifikant von null verschieden. «Dies bedeutet, dass zwischen Frauen und Männern gemäss Standard-Analysemodell keine statistisch gesicherte, unerklärte Lohndifferenz im engeren Sinne besteht», wird im Analysebericht abschliessend festgehalten. Prädikat: Kein Geschlechtseffekt.

«Die Gemeinde Emmen setzt sich seit Jahren für die Gleichstellung und Chancengleichheit der Geschlechter innerhalb der Verwaltung ein», sagt Gemeindepräsidentin und Personaldirektorin Ramona Gut-Rogger. «Dazu zählt ausdrücklich das Engagement für die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann. Entsprechend freut es uns sehr, dass unsere diesbezüglichen Bemühungen nun durch eine unabhängige Prüfungsstelle bestätigt wurden.» Trotz des guten Ergebnisses bestehe indes nicht die Absicht, sich in Sachen Geschlechtergleichstellung zurückzulehnen: «Wir sind auch weiterhin bestrebt, jegliche Form von Diskriminierung zu bekämpfen», betont Gut-Rogger.

Klares Bekenntnis zur Gleichstellung von Frau und Mann

Mit der im Januar dieses Jahres unterzeichneten Charta «Lohngleichheit im öffentlichen Sektor» nimmt der Gemeinderat in der Förderung der Lohngleichheit denn auch aktiv eine Vorbildrolle ein und gibt ein weiteres klares Bekenntnis zur Gleichstellung von Frau und Mann ab (vgl. Postulat 16/19). Indem sich die Gemeinde Emmen mit der Unterzeichnung der Charta für eine regelmässige Lohngleichheitsüberprüfung nach anerkannten Standards verpflichtet, geht sie über die Mindestanforderungen des GIG hinaus.

Sie bekräftigt ferner, Lohngleichheit in ihrem Einflussbereich umzusetzen – sowohl in ihrer Rolle als Arbeitgeberin als auch bei Ausschreibungen im öffentlichen Beschaffungs- und Subventionswesen. Anbieterinnen und Anbieter, die ihrem Personal Arbeitsbedingungen bieten, die hinsichtlich Lohngleichheit von Frau und Mann der Gesetzgebung oder dem Gesamtarbeitsvertrag der Branche nicht entsprechen, werden von öffentlichen Ausschreibungen ausgeschlossen.

Die Unterzeichnung der Charta stellt primär einen symbolischen Akt dar, weil die Gemeinde Emmen deren Anliegen schon zuvor erfüllt hat. Dennoch: «Es ist ein deutliches Bekenntnis zum verfassungsmässigen Gleichstellungsgrundsatz und ebenso ein Zeichen dafür, dass die Gemeinde Emmen ihre Vorbildfunktion ernst nimmt», betont Gemeindepräsidentin Ramona Gut-Rogger. Zudem könne die Gemeinde Emmen dadurch ihre Position als moderne und attraktive Arbeitgeberin weiter stärken.

«Die Mitarbeitenden sind das A und O eines jeden Unternehmens. Ohne sie funktioniert gar nichts.»


Manuela Streuli, Leiterin Departement Personal und Organisation

Alles steht und fällt mit dem Verwaltungspersonal

Eine starke Arbeitgebermarke «Gemeinde Emmen» soll ihre Wirkung dabei ausdrücklich sowohl nach aussen als auch nach innen richten. Schliesslich ist es nicht damit getan, gutes Personal zu finden. Mehr noch gilt es, dieses langfristig zu halten. «Die Mitarbeitenden sind das A und O eines jeden Unternehmens. Ohne sie funktioniert gar nichts», betont Manuela Streuli, die sich als Leiterin Departement Personal und Organisation bei der Gemeinde Emmen dafür einsetzt, dass diese Aussage kein reines Lippenbekenntnis bleibt. «Die Mitarbeitenden sollen fair behandelt, gefördert und gefordert werden. Das sind die wichtigsten Voraussetzungen, um selbstständig und eigenverantwortlich handeln zu können und motiviert zu bleiben», zeigt sich die HR-Leiterin überzeugt.

Gemäss aktuellsten Erhebungen für das Jahr 2020 beschäftigt die Gemeinde Emmen total 365 Mitarbeitende, davon 229 Frauen (rund 63 Prozent) und 136 Männer (rund 37 Prozent), die im Schnitt neun Jahre lang in der Behörde ihren Dienst tun. Die Netto-Fluktuationsrate betrug im vergangenen Jahr 6,2 Prozent, was gegenüber 2019 (8,4 Prozent) und 2018 (7,6 Prozent) eine deutliche Reduktion bedeutet. Corona spielt hierbei sicherlich eine Rolle. Froh ist, wer einen Job hat – das gilt in Krisenzeiten mehr noch als sonst. Alleine darauf dürfte der tiefe Fluktuationswert indes nicht zurückzuführen sein.

Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung

Manuela Streuli jedenfalls findet gewichtige Gründe für diese Entwicklung in einem vielfältigen Massnahmenbündel, das im Nachgang einer Mitarbeiterbefragung aus dem Jahr 2019 zur Zufriedenheitssteigerung des Verwaltungspersonals geschnürt wurde. Einige Elemente daraus wurden bereits umgesetzt: So hat etwa die individuelle Arbeitszeiteinteilung an Flexibilität gewonnen, das Weiterbildungsreglement wurde niederschwelliger gestaltet und Home-Office – ein Erbe von Corona quasi – deutlich ausgeweitet. Hinzu kommen Sportpässe, neue Wasserspender und die Wiedereinführung des Pensionierungs­seminars.

«Die Umsetzung gezielter Verbesserungsmassnahmen ist ein fortwährender Prozess, der laufend reflektiert und evaluiert wird», erläutert HR-Leiterin Streuli. So sollen das Thema Personalzufriedenheit aktuell gehalten und die Anliegen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden stets aufs Neue abgeholt werden. Denn: «Das Wissen um die Befindlichkeit des Personals ist unabdingbar dafür, Motivation, Teamgeist und Arbeitgeber-Identifikation mit gezielten Massnahmen zu stärken», sagt Streuli. Schliesslich gelte es, die sinkende Fluktuationsrate auch nach der Krise in diesen Bahnen zu halten.

Die wichtigsten Kennzahlen aus der Gemeindeverwaltung Emmen (Stand 31. Dezember 2020)

Arbeitgeberin Gemeinde Emmen

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