Einwohnerrat

Emmen setzt Zeichen für Lohngleichheit


Der Gemeinderat unterstützt die Gleichstellung von Frau und Mann und die Bekämpfung jeglicher Form von Diskriminierung. Mit der Unterzeichnung der Charta für Lohngleichheit verleiht die Gemeinde Emmen diesem Bekenntnis nun Nachdruck – und festigt damit zugleich ihre Position als attraktive Arbeitgeberin.

Frauen und Männer haben Anspruch auf gleiche Entlohnung. Eigentlich müsste das eine Selbstverständlichkeit sein, zumal Lohngleichheit explizit in der Bundesverfassung und im Gleichstellungsgesetz verankert ist. Umso anstössiger ist es, dass die Realität sich vielerorts anders präsentiert: Gesamtschweizerisch verdienen Frauen rund 18 Prozent weniger als Männer, wobei sich knapp acht Prozent Lohnunterschied nicht durch objektive Faktoren wie Ausbildungsniveau, Branche oder Berufserfahrung erklären lassen.

«Diese Diskriminierung muss aufhören», konstatiert die SP Emmen. Die Fraktion verlangt mittels Postulats, dass der Gemeinderat ein Zeichen für die Gleichstellung von Frau und Mann setzt und die «Charta für Lohngleichheit im öffentlichen Sektor» unterzeichnet. Damit würde sich die Gemeinde Emmen zu regelmässigen Analysen der Lohngleichheit in der Verwaltung, in nahestehenden Körperschaften sowie im öffentlichen Beschaffungs- und Subventionswesen verpflichten. Die Postulanten erhoffen sich dadurch gleichzeitig eine Signalwirkung für andere Behörden und letztlich auch für die Privatwirtschaft.

Massnahmen bereits umgesetzt Mit ihrem Anliegen rennen die Postulanten beim Gemeinderat offene Türen ein. Wie die Exekutive in der Beantwortung darlegt, wird in der Gemeinde Emmen der gesetzliche Gleichstellungsauftrag von Frau und Mann im Alltag mit diversen Massnahmen bereits konkret umgesetzt. So verfügt die Gemeindeverwaltung, die aktuell mehr Frauen (61 Prozent) als Männer (39 Prozent) beschäftigt, seit über 20 Jahren über ein geschlechtsneutral aufgebautes Lohnsystem.

Flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit, Jobsharing, freiwillige Familienzulage und 14 Wochen Mutterschaftsurlaub bei vollem Lohn sind weitere Massnahmen, womit innerhalb der Gemeindeverwaltung für optimale Voraussetzungen für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesorgt wird. Die Gleichstellung von Mann und Frau werde dadurch letztlich ebenfalls gefördert, betont der Gemeinderat in seinem Antwortschreiben.

Gemeinde mit Vorbildfunktion «Mit der Unterzeichnung der Charta für Lohngleichheit im öffentlichen Sektor kann und will der Gemeinderat eine Vorbildfunktion in Sachen Lohngleichheit einnehmen und ein öffentlichkeitswirksames Bekenntnis zur Gleichstellung von Frau und Mann abgeben», hält die Exekutive fest. Zugleich könne die Gemeinde Emmen dadurch ihre Position als moderne und attraktive Arbeitgeberin weiter stärken.

Der Gemeinderat stellt dem Parlament deshalb den Antrag auf Entgegennahme des Postulats. Er unterstreicht damit seine Bereitschaft, die Einhaltung der Lohngleichheit regelmässig nach anerkannten Standards zu überprüfen und periodisch über die geplanten beziehungsweise umgesetzten Massnahmen in Sachen Lohngleichheit zu informieren. Die komplette Antwort des Gemeinderates auf das Postulat betreffend Unterzeichnung der Charta für Lohngleichheit im öffentlichen Sektor lesen Sie hier.

Autor: Philipp Bucher

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