Augmented Reality

Gestaltungsideen für den Emmenpark


Die formelle Pflicht ist erfüllt, jetzt folgt die inhaltliche Kür: Nachdem der Emmenpark der Gemeinde Emmen übertragen wurde, soll dieser nun zusammen mit der Bevölkerung gestaltet werden. Zunächst allerdings liefern Design- und Kunst-­Studierende direkt vor Ort die Erlebnisse dazu.

Autor: Philipp Bucher

Design- und Kunst-Studierende suchen nach Gestaltungsideen für den Emmenpark – und machen diese mittels AR ­erlebbar. (Bild: pbu)

Das alte Klärbecken habe es ihm schon länger angetan. «Es ist ja auch kaum zu übersehen», sagt Stefan Hensel und wirft einen Blick durch die Glasfassade. «Mir jedenfalls ist es bereits früh aufgefallen und hat mich zu allerlei Gedankenspielereien über mögliche Nutzungsmöglichkeiten angeregt. Deshalb bin ich heute hier.»

Hier, das ist ein ebenerdiger Unterrichtsraum an der Hochschule Luzern (HSLU) – Design & Kunst. Heute, das ist die Auftaktveranstaltung eines Moduls des Studienbereichs IDA (Interdisciplinarity in Design and Arts), in welchem die Studierenden spezifische Themenfelder disziplinübergreifend bearbeiten. Mit dabei: Stefan Hensel, drittes Semester Objektdesign. Das Forschungsprojekt: der Emmenpark. Genauer: die Gestaltung des Emmenparks. Noch genauer: das Ausloten von Augmented Reality (AR) als Planungs- und Gestaltungstool für den Emmenpark.

Belebter Begegnungsort

Klingt verworren? Ist es nicht. Der Emmenpark – mit Segen des Einwohnerrates jüngst in den Besitz der Gemeinde Emmen übergegangen – soll Mitte 2021 (neu-)gestaltet werden. Die wenigen Sitz- und Liegegelegenheiten, die Blumenrasenflächen und eingestreuten Bäume werden dem Potenzial der naturnahen Anlage entlang der Kleinen Emme aktuell nämlich nicht gerecht. Das soll sich ändern. Heisst: Der Emmenpark soll belebt und zu einem publikumswirksamen Begegnungsort im Quartier aufgewertet werden.

Stefan Hensel und 14 Kommilitonen sollen hierzu Gestaltungsideen erarbeiten und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen. «In Gruppen werden wir unterschiedliche Nutzungsperspektiven einnehmen und gestalterische Konzepte und Strategien für die öffentliche Parkgestaltung entwickeln», erklärt Tobias Matter, Dozent und Koordinator des Moduls. Der Clou dabei: Die Gestaltungsvorschläge werden mittels AR vermittelt.

Die derzeitige rasante Entwicklung von Augmented Reality eröffnet neue und spannende Gestaltungs- und Anwendungsmöglichkeiten. Vielen dürfte das Prinzip durch den Hype um das Handy-Spiel «Pokémon Go» bekannt sein. AR erlaubt die Kombination der physischen Realität mit digitalen Inhalten und ermöglicht dadurch neuartige Erlebnisse. Multimediale Darstellungen können auf mobilen Geräten – dem Smartphone – mit erlebnis­orientierten Inszenierungen vor Ort mit physischen Objekten gekoppelt werden.

«Die virtuelle Sicht animiert zur Mitgestaltung.»


Tobias Matter, Dozent HSLU Design & Kunst

AR als Planungstool

Jemand steht also im Emmenpark, zückt Smartphone oder Tablet, aktiviert die Kamera und sieht auf dem Display einerseits den Park, wie er effektiv ist, und andererseits Elemente (Infrastruktur, Spiele, Ideen), die lediglich virtuell existieren. Letztere geben ein stichhaltiges Bild davon, wie die Anlage gestaltet bzw. genutzt werden könnte, ohne dass dazu vorher reale bauliche oder sonstige Eingriffe zu tätigen wären.

Im Forschungsprojekt der HSLU geht es indes primär nicht darum zu zeigen, wie der Emmenpark gestaltet werden soll, sondern wie AR im Rahmen der nachgelagerten Mitwirkung zur Parkgestaltung eingesetzt werden kann. Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es nämlich, mittels AR grundsätzlich neue Ansätze in der Stadtplanung und Partizipation auszuprobieren. Der Emmenpark dient als Prototyp.

Öffentlicher Informations- und ­Beteiligungsanlass

Die Resultate des Moduls sollen im Juni 2021 an einem öffentlichen Beteiligungs- und Informationsanlass im Emmenpark der Öffentlichkeit präsentiert werden, konstatiert Dozent Tobias Matter und führt aus: «Die virtuelle Sicht animiert zur Mitgestaltung. Hierfür ist geplant, dass wir eine AR-App entwickeln, mit der die Anwesenden die augmentierten Vorschläge direkt über das Smartphone oder Tablet erleben und allenfalls mittels eines integrierten Votings auch gleich bewerten können.»

Verpflegungsmöglichkeiten, Leuchtkomponenten, Informationsparcours. Bereits zum Projektauftakt schwirren einige Ideen über den Köpfen der Studierenden. Von handfest bis ziemlich abstrakt, von konkreten baulichen Massnahmen hin zu futuristisch anmutenden Interaktionsräumen. Die Spannungskurve jedenfalls zeigt steil bergauf.

Gestaltung des Emmenparks – Design & Partizipation mit AR

Für das IDA-Modul spannen die Gemeinde Emmen, die Hochschule Luzern und das Gebietsmanagement Luzern Nord zusammen. Infos zum Projekt gibt's hier.

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