Schule im Freien

Alltagsnahes Lernen im «Hübeli»


Der Unterricht ausserhalb des Schulzimmers ist genauso relevant wie das Arbeiten mit neuen Medien. Die Digitalisierung ist ein grosses Thema in den Schulen, doch das kreative Lernen in Alltagssituationen wie beispielsweise im Wald bietet viele Vorteile. Deswegen verbringen einige Klassen im Hübeli regelmässig den Unterricht im Freien.

Autorin: Mirjam Augsburger

Wissensvermittlung aus einer anderen Perspektive: Kinder vom Schulhaus Hübeli beim kreativen Lernen im Wald. (Bilder: Nina Hunkeler)

Der heutige Unterricht ist vielseitig. Frontalunterricht im Klassenzimmer ist schon lange nicht mehr die Norm. Verschiedene Unterrichtsformen wie Gruppenarbeit, Partnerarbeit oder das selbstgesteuerte Lernen gehören zum Schulalltag. Ebenso haben sich die Arbeitsmittel über die letzten Jahre ständig weiterentwickelt.

Durch die Neuerungen, die der Lehrplan 21 mit sich gebracht hat, aber auch durch das coronabedingte Homeschooling im Frühling 2020 hat sich in der Schule im Bereich Digitalisierung einiges getan. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in verschiedenen Bereichen mit Laptops und sind mit den digitalen Medien immer vertrauter. Diese digitale Entwicklung bringt neue Unterrichtsmöglichkeiten. Unterrichtsinhalte können per Netz ins Schulzimmer gebracht werden. Oft kann dies aber die Erfahrungen mit konkreten Materialien oder den Besuch eines speziellen Lernortes nicht ersetzen. Aus diesem Grund besuchen einige Klassen aus dem Hübeli regelmässig den Wald, um den Kindern das Lernen aus einer anderen Perspektive zu zeigen. So kann die Welt real erlebt und ein direkter Bezug zur Natur geschaffen werden.

Vorteile vom Unterricht im Wald

Ein Morgen im Wald ist jedes Mal ein spezielles Erlebnis, nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Lehrperson. Begegnungen mit unerwarteten Dingen sind keine Seltenheit. Dieses alltagsnahe Lernen prägt die Schülerinnen und Schüler meist sehr intensiv. Zudem lernen sie dadurch die Natur zu schätzen, kommen in Kontakt mit neuen Spielideen und lernen Dinge, die sie in ihrer Freizeit weiter nutzen können.

«Nicht nur auf Papier, sondern auch mit Naturgegenständen kann gezeichnet, gebastelt oder geschrieben werden.»


Ein weiterer Vorteil ist die Begegnung mit Themen wie Naturschutz, Verschmutzung und Littering, Artenvielfalt von Tieren oder sorgsamer Umgang mit der Umwelt, welche die Kinder direkt miterleben können.

Lernen mit verschiedenen Sinnen, ein besonderes Erlebnis

Nicht nur auf Papier, sondern auch mit Naturgegenständen kann gezeichnet, gebastelt oder geschrieben werden. Eines der Highlights ist das Feuermachen. Zuerst muss eine sichere Feuerstelle gefunden oder geschaffen werden. Erst dann kann mit dem Anfeuern begonnen werden. Doch welches Material wird überhaupt für das Feuer benötigt? Brennt das Feuer auch bei Regen? Oder wo ist die Glut am heissesten, damit das Schlangenbrot gut gebacken wird?

Auf diese und weitere Fragen fanden die Kinder beim Waldbesuch Antworten. Wenn dann am Schluss das selbstgemachte Schlangenbrot gegessen werden kann, ist der Waldmorgen perfekt.

Die Kinder selber können hier von unendlich vielen Erlebnissen berichten wie zum Beispiel von den steilen Waldhängen, die als Rutsch- und Klettermöglichkeit genutzt werden können, oder dem Tannzapfenspiel, den kleinen Tierchen, die man findet und die dann später mithilfe des Internets identifiziert werden können, den selbstgebauten Hütten oder wie lustig es ist, wenn man so richtig dreckig nach Hause kommt, sodass man zuerst mit dem Gartenschlauch abgespritzt werden muss.

Solche Erlebnisse sind etwas Spezielles und unterstützen das aktive Lernen auch ausserhalb des Schulzimmers.

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