Rechnung 2019

Land in Sicht im Meer der roten Zahlen


Die Rechnung 2019 der Gemeinde Emmen schliesst mit einem Minus von 1,6 Millionen Franken ab. Zum ersten Mal seit Jahren hätten die sonst tiefroten Gemeindefinanzen fast einen schwarzen Anstrich bekommen – wären da nicht zwei einmalige Sondereffekte.

Autorin: Larissa Brochella

«Die Rechnung 2019 ist ein positives Signal und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» – Patrick Schnellmann, Gemeinderat Direktion Finanzen und Personelles. (Bild: pbu)

Budgetiert war ein Gewinn von rund 36 000 Franken. Tatsächlich hätte die Gemeinde Emmen dem Rechnungsjahr 2019 sogar fast 1,6 Millionen mehr als budgetiert abgewinnen können, doch machen zwei einmalige Sondereffekte den Gemeindefinanzen einen Strich durch die Rechnung. Es handelt sich dabei um die Abschreibung des Provisoriums der Schulanlage Erlen und eine buchhalterische Abgrenzung für die Beiträge an die Kantonsschulen, welche neuerdings per Kalenderjahr und nicht wie bisher per Schuljahr fällig werden. Trotzdem ist das Rechnungsergebnis ein Schritt in die richtige Richtung und fällt im Vergleich zum Vorjahr (–4,5 Mio.) deutlich besser aus.

Patrick Schnellmann, die Rechnung wäre ohne die Abschreibung des Provisoriums Erlen positiv ausgefallen. Ärgert Sie das?

Irgendwo ärgert das einen schon ein bisschen, ja. In allen Bereichen der Gemeindeverwaltung wurde mit einer hohen Budget- und Ausgabendisziplin gearbeitet und ohne die beiden Sondereffekte wäre ein positives Ergebnis durchaus möglich gewesen.

Können Sie trotzdem ein positives Fazit aus der Rechnung 2019 ziehen?

Absolut, durch die bereits erwähnte Budget- und Ausgabendisziplin der verantwortlichen Personen konnte die Mehrheit der 26 Aufgabenbereiche ihre Aufgaben innerhalb des Globalbudgets erfüllen. An dieser Stelle ist ein grosses Dankeschön an alle Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung angebracht, für die tolle Arbeit, die sie im 2019 geleistet haben. Hinzu kommt, dass in vielen Bereichen kein direkter Einfluss auf die Mehrausgaben genommen werden kann. Besonders im Bereich Soziales bei der Restfinanzierung Heime, der wirtschaftlichen Sozialhilfe, den Prämienverbilligungen oder auch bei den Ergänzungsleistungen. Dort, wo wir die Einnahmen und Ausgaben beeinflussen können, wurde dies mit positivem Effekt getan.

Können Sie trotzdem ein positives Fazit aus der Rechnung 2019 ziehen?

Absolut, durch die bereits erwähnte Budget- und Ausgabendisziplin der verantwortlichen Personen konnte die Mehrheit der 26 Aufgabenbereiche ihre Aufgaben innerhalb des Globalbudgets erfüllen. An dieser Stelle ist ein grosses Dankeschön an alle Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung angebracht, für die tolle Arbeit, die sie im 2019 geleistet haben. Hinzu kommt, dass in vielen Bereichen kein direkter Einfluss auf die Mehrausgaben genommen werden kann. Besonders im Bereich Soziales bei der Restfinanzierung Heime, der wirtschaftlichen Sozialhilfe, den Prämienverbilligungen oder auch bei den Ergänzungsleistungen. Dort, wo wir die Einnahmen und Ausgaben beeinflussen können, wurde dies mit positivem Effekt getan.

Informationen zur Jahresrechnung


Die komplette Jahresrechnung 2019 der Gemeinde Emmen finden Sie hier.

Der Jahresbericht 2019 fasst kurz und kompakt die wichtigsten Ergebnisse der Rechnung 2019 zusammen und gibt einen Überblick über die geleistete Arbeit in den verschiedenen Direktionen. Zum ersten Mal erscheint der Jahresbericht digital mit einem neuen, einfach zu navigierenden Layout: Hier geht's lang.

Die Ausgabendisziplin ist hoch. Wie verhält es sich jedoch mit der Einnahmenseite?

Die Steuereinnahmen sind gesamthaft nur leicht unter dem Budget. Dies ist vor allem auf die Steuererträge bei den natürlichen Personen zurückzuführen, die trotz höherer Nachträge und höherer Quellensteuern in tieferen Einnahmen resultierten. Eine Steuererhöhung ist aktuell jedoch kein Thema und mit dem momentanen Steuerfuss sollten wir auch in naher Zukunft positive Ergebnisse erreichen. Die Auswirkungen der Aufgaben- und Finanzreform AFR 18 werden wir dabei laufend überprüfen. Der neue Schulverteilschlüssel 50:50 hat für die Gemeinde Emmen positive Effekte, doch im Bereich Soziales sind die Kosten gestiegen.

Ohne einmalige Sondereffekte hätte die Gemeinde mit einem Plus von gut 1,6 Millionen Franken abgeschlossen. Heisst das, die Gemeindefinanzen sind auf dem Weg der Genesung?

Wir erhalten vom Kanton einen sehr hohen Beitrag aus dem Finanzausgleich. Ohne diesen Beitrag ist ein positives Ergebnis zurzeit nicht möglich. Trotzdem ist das Jahresergebnis 2019 ein positives Signal und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. So konnte die Verschuldung vorerst stabilisiert werden und auch bei den Finanzkennzahlen zeigt sich eine Verbesserung. Es ist zu beachten, dass in den nächsten Jahren hohe Investitionen anstehen. Um diese stemmen zu können, benötigen wir positive Ergebnisse.

Die Corona-Pandemie wird sich zukünftig auf die finanzielle Lage der Gemeinde auswirken. Gibt es erste Prognosen?

Eine Zahl zu nennen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zuverlässig möglich. Wir erwarten jedoch generell höhere Ausgaben im sozialen Bereich sowie tiefere Steuereinnahmen sowohl bei den natürlichen als auch bei den juristischen Personen. Dauer und Schwere einer erwarteten Rezession sowie deren Auswirkung auf die Gemeinde Emmen abzuschätzen ist im Moment noch nicht möglich.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Teilen Sie Ihn mit Freunden: