«Kunst-Neuling» in der Kulturplattform

Florance Anliker bringt neue Impulse ins Akku

Die gebürtige Aargauerin Florence Anliker hat im Januar 2022 die Leitung der Kunstplattform Akku übernommen. Ihre Faszination für die Museumswelt hat sie bereits während des Studiums im Bereich Geschichte und Ägyptologie entdeckt. Nun wagte sie den Schritt in die Kunstwelt – gut gestartet und immer noch voller Tatendrang für die Zukunft.

Autorin: Sina Staubli

Florence Anliker, seit rund einem halben Jahr Leiterin der Kunstplattform Akku, inmitten von Exponaten des Künstlers Paul Louis Meier im Rahmen der Ausstellung «Schnittstelle – Figur». (Bilder: sst)

«Mein grosses Interesse für Geschichte und Kultur weitergeben», hier sieht Anliker den Sinn hinter ihrer Arbeit. Durch Workshops für Schulklassen im Antikenmuseum Basel hat die damalige Bachelor-Studentin 2017 diese Leidenschaft für sich entdeckt: «Vom ersten Moment an, als ich vor der Klasse stand, wusste ich, dass ich im Museum arbeiten möchte.» Nach diversen Weiterbildungen, der Mitarbeit und Projektleitung bei kulturhistorischen Ausstellungen und Vermittlungstätigkeiten für verschiedene Museen hat es Florence Anliker als neue Geschäftsführerin der Kunstplattform Akku schlussendlich nach Emmen verschlagen.

«Das Akku ist kein klassisches Museum, sondern eine Kunstplattform und ein Wahrzeichen Emmens.»

Florence Anliker, Geschäftsführerin Kunstplattform Akku

Rückblick auf fünf Monate Amtszeit

Anfänglich sei Anliker der Jobausschreibung kritisch gegenübergestanden – Kunst war schliesslich ein neuer Bereich für sie. Als aber im Stellenprofil die operative und administrative Leitung hervorgehoben wurde, habe die 31-Jährige das Interesse gepackt. «Ich bin ein kritischer Laie und sage, wenn ich etwas nicht verstehe», beschreibt Anliker den frischen Wind, den sie ins Akku hineinbringen möchte.

Mit einem «Sprung ins kalte Wasser» ist die neue Geschäftsführerin Anfang Januar 2022 gestartet und hat bereits nach einem Monat die erste Ausstellung gemanagt. Anliker resümiert die Anfangsphase: «Ich brauche diese Herausforderung, damit ich aufgehen kann.» So blicke sie positiv auf die ersten Monate als Geschäftsführerin, habe bereits viele neue Kontakte geknüpft und neue Eindrücke erhalten.

«Ich bin alles in einem – Geschäftsführerin und Administration», so Anliker über ihre Aufgabe. Von Marketing- und Kommunikationsaufgaben über administrative Tätigkeiten – Raumvermietungen, Offerten, Abklärungen, Fundraising – bis hin zu Werkverkäufen und Vernissagen inklusive einer Prise Gastronomie erstreckt sich ihr Verantwortungsgebiet. Dabei ist die gebürtige Aargauerin ganz auf sich alleine gestellt, nur während Ferienabwesenheiten werden ihre Mails weitergeleitet.

Neugestaltung Bibliothek: Hilf mit!

Die Akku-Bibliothek bekommt ein Brush-up: Mit neuem Interieur wird eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen. Gestalte das Akku mit und bringe Pflanzen oder Bücher mit einem Bezug zur Kunst vorbei. Während der Öffnungszeiten oder nach Vereinbarung nimmt dich Florence Anliker gerne in Empfang.

Die Zukunft bewegen

«Kreativ sein kann jeder, das muss man nicht studieren», erzählt Anliker strahlend und knüpft dabei an ihre Vision an: «Das Akku ist für alle, es ist Kunst und Kultur mit einem niederschwelligen Zugang für etablierte Kunstschaffende, aber auch für Neulinge.» Bisher zeigt sich das Publikum in der Altersgruppe ab 60 Jahren aufwärts, künftig sollen aber Leute verschiedensten Alters und Schichten den Zugang hierher finden. Hierfür sprudelt Anliker vor Ideen: Angedacht sind ab Herbst 2022 Trauungen im Akku, ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Foodfestival «z’ämme ässe» und eine geheime Aktion im Emmen Center. Der Zugang zum Akku solle so unkompliziert wie möglich sein, für Schulklassen oder auch beispielsweise Geburtstagsfeiern.

«Ich bin ein ‹Glücksschweinli›», erzählt Anliker, «denn ich konnte meine Leidenschaft zum Beruf machen.» So scheute sie sich nicht, ihre Heimat zu verlassen und den Neuanfang in Emmen zu wagen. Gelohnt habe es sich allemal. «Künstler und Künstlerinnen haben die unterschiedlichsten Charaktere und ich finde es ausserordentlich interessant, mit ihnen zusammenzuarbeiten.»

Vor lauter Engagement falle es Anliker teils schwierig, die Distanz zum Privatleben zu wahren. Dennoch finde sie den Ausgleich in Museumsbesuchen, beim Sport, mit einem Buch in der Hand oder unterwegs mit dem Hund. Hierin schöpfe sie zudem die Energie, um ihr grosses Interesse und ihre Leidenschaft für Geschichte und Kultur auch weiterhin weiterzugeben – von nun an von Emmen aus.

Kunstplattform Akku

Am Tor zur Viscosistadt in Emmenbrücke gelegen, zeigt und vermittelt das Akku seit 2010 zeitgenössische Kunst und bietet Künstlerinnen und Künstlern lokaler und nationaler Grösse eine Plattform. Weitere Informationen unter:

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