Vom «Plogging» zum Plakat

Mit Kreativität gegen Littering


Es kostet, schadet der Umwelt und verwüstet das Ortsbild. Littering ist der Name des berüchtigten Übeltäters und beschreibt ein Phänomen, das die meisten bereits beobachtet oder gar selbst verursacht haben: das Liegenlassen von Abfällen im öffentlichen Raum. Die Gemeinde Emmen geht mit verschiedenen Lösungsansätzen dagegen vor – etwas Kreativität darf dabei nicht fehlen.

Autorin: Larissa Brochella

Littering hat negative Auswirkungen auf das Ortsbild und die Umwelt. (Bild: pbu)

Zigarettenstummel, Getränkeflaschen, Plastikwrapper – Abfall ist in unserer Gesellschaft ein täglicher Begleiter. Man trifft immer und überall auf ihn, und das leider nicht nur in den eigens für dessen Entsorgung bestimmten Abfalleimern. Littering hat negative Auswirkungen auf das Ortsbild und die Umwelt: Gelitterte Materialien können nicht mehr recycelt werden, sodass für die Herstellung neuer Verpackungen mehr Ressourcen aufgewendet werden müssen. Ausserdem verunreinigt Littering unsere Böden, Pflanzen und Gewässer. Auch finanziell lohnt sich Littering nicht. Pro Jahr belaufen sich die Reinigungskosten in der Schweiz auf ungefähr 200 Millionen Franken (igsu.ch).

Kreatives Zeichen gegen ­Littering

«Seit Corona haben Littering und Vandalismus in Emmen stark zugenommen», erklärt Christoph Odermatt, Leiter Bereich Sicherheit der Gemeinde Emmen. Der Runde Tisch Sicherheit, zusammengesetzt aus Vertreterinnen und Vertretern der Bereiche Gesellschaft, Immobilien, Werkdienst, Schule, Sicherheit sowie der Polizei, hat sich dieses Problems angenommen und bereits diverse Massnahmen eingeleitet: so zum Beispiel vermehrte Kontrolltätigkeiten durch die Securitas sowie eine verstärkte Videoüberwachung auf Schularealen.

Doch auch kreative Lösungsansätze sind gefragt. Hier setzen Jürgen Feigel, Leiter Bereich Gesellschaft, und Thomas Irniger, Fachlehrperson für Bildnerisches Gestalten und Sport, an. Gemeinsam mit der Wahlfachklasse Bildnerisches Gestalten an der Oberstufenschule Gersag 1 haben Irniger und Feigel eine Plakatkampagne gegen Littering auf die Beine gestellt. Die Idee: Schülerinnen und Schüler gestalten Anti-Littering-Plakate, um die Bevölkerung direkt vor Ort für das Thema zu sensibilisieren.

«Man merkt, wie die Jugendlichen das Thema ganz anders wahrnehmen, wenn sie den Abfall selbst wieder zusammentragen müssen.»


Thomas Irniger, BG- und Sportlehrer

Vom «Plogging» zum Plakat

Schon vor Corona war Littering in den Emmer Schulen ein präsentes Thema. Deshalb seien die Schülerinnen und Schüler bereits sehr sensibilisiert für die Problematik, erklärt Thomas Irniger. «Wir gehen zudem seit einiger Zeit während des Sportunterrichts ploggen», erzählt der BG- und Sportlehrer weiter. Das «Plogging», eine Wortneuschöpfung aus Jogging und dem schwedischen Wort für pflücken (plocka), mache die Auswirkungen dieses abstrakten Problems für die Schulklassen hautnah erlebbar. «Man merkt, wie die Jugendlichen das Thema ganz anders wahrnehmen, wenn sie den Abfall selbst wieder zusammentragen müssen.»

Trotzdem ist Irniger mit einer thematischen Einführung in das Plakatprojekt gestartet. «Es war für die Klasse eine grosse Herausforderung, dieses komplexe Thema gestalterisch umzusetzen», konstatiert er. Eine solch intensive und kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Littering sei aber durchaus sinnvoll: «Ich denke, dass die Schülerinnen und Schüler viel mehr daraus lernen, wenn sie direkt in Projekte zur Bekämpfung von Littering eingebunden werden», sagt Fachlehrperson Irniger überzeugt.

17 Entwürfe verschmolzen zu einem Endergebnis: Das finale Anti-Littering-Plakat aus dem Schulprojekt wird nach den Sommerferien auf öffentlichen ­Plätzen in der Gemeinde zu sehen sein. (Bild: zvg)

Unterschiedliche Mittel, ein Zweck

Ob analog oder digital, in der technischen Umsetzung ihrer Plakate waren die jungen Gestalterinnen und Gestalter frei – wichtig war einzig, dass die Plakate ausdrucksstark sind und eine klare Aussage haben. Diese sollte vor allem in der Bildsprache enthalten sein und somit auch für Kinder, die noch nicht lesen können, oder Personen, die kein Deutsch sprechen, zugänglich sein. So sind 17 Entwürfe entstanden, aus denen Thomas Irniger das finale Plakat gestaltet hat. «Es war sehr spannend zu sehen, wie die Klasse sich dem Thema gestalterisch angenähert hat», meint Irniger. «Das Plakat», fügt Jürgen Feigel an, «wird nach den Sommerferien auf den Schularealen sowie auf weiteren öffentlichen Plätzen in Emmen zu sehen sein.»

Vermehrt zu sehen sein dürfte demnächst auch der «Swiss Tray», ein portabler Taschenaschenbecher, den Christoph Odermatt, Leiter Bereich Sicherheit, im Kampf gegen Littering ins Feld führt – namentlich gegen herrenlose Zigarettenstummel. «Wir wollen mit diesem kleinen Präsent ein Zeichen setzen», sagt Odermatt, «und die potenziellen Verursacher spezifisch an den Brennpunkten auf das Thema Littering im Allgemeinen aufmerksam machen.»

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