Projekt «Connect»

Partizipation partizipativ vermittelt


Die aktive Mitgestaltung öffentlicher Räume durch Emmer Jugendliche – so lautete die Aufgabenstellung von «Connect», einem gemein­samen Projekt der HSLU Design & Kunst und der Gemeinde Emmen, das Ende letzten Jahres abgeschlossen wurde. Nicht nur wegen Corona ist dabei nicht alles rund gelaufen. Trotzdem macht sich allgemeine ­Zufriedenheit breit.

Autorin: Riccarda Rauter

«Viel Positives!» Allumfassendes Fazit aus dem Projekt «Connect». (Bild: rra)

Was ist Partizipation und wie gestalten sich Prozesse zu Partizipationsmöglichkeiten? Die Antworten auf diese Fragen haben die Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe der Schule Gersag durch ihr eigenes Handeln im Rahmen des Projekts «Connect» erfahren. Es wurde gebastelt, gestaltet und programmiert. Das Ziel bestand darin, den Jugendlichen in einem gemeinsamen Projekt mit Studierenden der Hochschule Luzern – Design & Kunst die Möglichkeiten demokratischer Beteiligung näherzubringen (vgl. Emmenmail Oktober 2020).

Reiz des Unbekannten

Die Schüler und Schülerinnen durften dabei ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Ob Programmieren einer Webseite oder Designen eines Stuhls, die Aufgaben waren vielfältig und lotsten die meisten Jugendlichen über Neuland. «Wir hatten keine Ahnung, was auf uns zukommt», blickt eine Schülerin auf den Beginn der Projektarbeit zurück. «Doch gerade das Eintauchen in ein komplett neues Thema fand ich sehr spannend.» Die Lernenden hätten es genossen, an einem Projekt ausserhalb der Volksschule mitzuwirken. Es sei für die meisten eine neue Erfahrung gewesen, mit Erwachsenen projektbezogen zusammenzuarbeiten und ein persönliches Projekt zu entwickeln.

Auch für die betreuende Lehrperson Thomas Irniger, Fachlehrperson Bildnerisches Gestalten an der Sekundarschule Gersag, wurde «Connect» von einer fruchtbaren Zusammenarbeit getragen. «Es war spannend zu sehen, wie die Studierenden mit den Schülern zusammengearbeitet haben», so Irniger. Auch dass dabei nicht immer alles nach Plan gelaufen ist, weiss der Fachlehrer positiv zu werten: «Die Schülerinnen und Schüler haben gelernt, dass man ein Projekt nicht immer wie gedacht abschliesst. Sie haben in dieser Zeit erfahren, wie gemeinsame Gestaltungsprozesse funktionieren und wie man Lösungen findet, wenn man im Prozess an Hindernisse stösst und dadurch ins Stocken gerät.»

Die Kunst, alle Interessen zu vertreten

Die beteiligten HSLU-Studierenden ihrerseits zeigen sich im Zuge der Schlusspräsentation ebenfalls zufrieden mit den Ergebnissen aus dem Projekt «Connect». Die grösste Herausforderung sei gewesen, die Interessen aller beteiligten Parteien zu vertreten: «Wir mussten unsere Pläne manchmal ein wenig anpassen, weil nicht immer alles so funktionierte, wie wir es uns vorgestellt haben», bilanzieren die Studierenden die dynamische Projektarbeit im Rückblick.

Das Zwischenmenschliche habe bei der Zusammenarbeit einen wichtigen Faktor dargestellt, da unterschiedliche Generationen mit unterschiedlichen Interessen zusammenarbeiteten. Auch wenn einiges letztlich anders als geplant abgelaufen sei, zeigen sich die Studierenden einheitlich zufrieden mit dem Ergebnis des Projekts.

«Es ist schön zu sehen, wie die Jugendlichen die partizipativen Möglichkeiten nutzten, um den öffentlichen Raum nach ihrem Gusto selbst zu gestalten.»


Jürgen Feigel, Leiter Bereich Gesellschaft Gemeinde Emmen

Ein Ergebnis, das sich sehen lässt

Der Abschluss des Projekts «Connect» konnte coronabedingt nicht wie geplant auf dem Areal der Zwischennutzung NF49 am Seetalplatz stattfinden. Die Projektpräsentation fand stattdessen in kleinem Rahmen im Hochschulgebäude in der Viscosistadt unter Anwesenheit der involvierten Partner statt. Jürgen Feigel, Leiter Bereich Gesellschaft bei der Gemeinde Emmen, zieht dennoch ein positives Fazit. «Es ist schön zu sehen, wie die Jugendlichen die partizipativen Möglichkeiten nutzten, um den öffentlichen Raum nach ihrem Gusto selbst zu gestalten.»

Fachlehrperson Thomas Irniger teilt Feigels Zufriedenheit und sieht im Projekt einen Gewinn für alle Beteiligten: für die Emmer Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zur Mitsprache und Mitgestaltung, für die HSLU-Studierenden wertvolle Praxiserfahrungen im Sinn eines Gestaltungsprozesses unter realen Bedingungen.

Gefällt Ihnen dieser Artikel? Teilen Sie ihn mit Freunden: