Vom «Schuelgspändli» zum Teamkollegen

Aufregung, Nervosität und ein banges Herz sind die Vorboten eines jeden erfolgreichen Schulturniers. Dabei gewinnt der freiwillige Schulsport in Emmenbrücke immer mehr an Beliebtheit, allen voran das Handballturnier. Rund 488 Primarschüler/innen von der 3. bis 6. Klasse nahmen 2019 an der beliebten Veranstaltung teil.

Von Fussball über Volleyball bis zum Wettschwimmen, den Primar- und Sekundarschulklassen in Emmenbrücke steht ein breites Angebot an freiwilligem Schulsport zur Auswahl. Gemeinsam schwitzen ist nicht nur gesund und lässt den unermüdlichen Strudel an Energie und somit auch die Eltern etwas zur Ruhe kommen, sondern fördert auch den Zusammenhalt. Und letztendlich macht es auch einfach unglaublich Spass. So viel Spass, dass die Primarschüler/innen in Emmenbrücke mit Freuden ihre Wochenenden dafür hergeben.

Grosser Ansturm beim Handball

«Mit 74 Teams haben wir in diesem Jahr beim Handballturnier tatsächlich einen Teilnehmerrekord erzielt», erzählt Eva Thalmann, die seit zwei Jahren seitens Handball Emmen für die Organisation des Schulhandballturniers zuständig ist. Das Turnier, das im November 2019 stattfand, sei trotz Kapazitätsproblemen ein grosser Erfolg gewesen: keine Verletzungen, zufriedene Lehrpersonen und überaus positive Rückmeldungen seitens der Kinder. So meint Lilu (9 Jahre): «Anfangs war ich sehr aufgeregt, aber dann hat es mir gut gefallen.» Ganz unverhofft errang sie mit ihren Teamkolleginnen sogar den Sieg. «Es war eigentlich alles toll, aber auf dem Podest zu stehen, war schon besonders.»

Nicht ganz so erfolgreich waren Silas (10 Jahre) und seine Teamkollegen, was die Freude über das gemeinsame Erlebnis jedoch nicht allzu stark trübte. «Ich finde, jeder sollte an den Schulturnieren mitmachen. Es ist toll, etwas Neues auszuprobieren, und nur weil man seine Sportart liebt, muss man ja nicht alle anderen hassen», beteuert Silas. Die Nervosität habe ihn jedoch am Morgen des Turniers trotz mehrjähriger Handballerfahrung eingeholt. Silas spielt bereits seit der ersten Klasse Handball und unter seinen Schulkollegen ist er damit nicht der Einzige, denn der Handballsport erlebt in Emmenbrücke seit einigen Jahren einen starken Aufschwung.


«Die steigende Beliebtheit ist sicherlich einerseits auf den Aufstieg unserer ersten Herrenmannschaft in die Nationalliga B zurückzuführen. Andererseits sorgen wir auch für regen Kontakt zwischen den jüngsten Mitgliedern und den Spitzensportlern», erklärt Thomas Dürger, Präsident des Vereins Handball Emmen. So dürfen die jüngeren Handballer/innen beispielsweise an den Spieltagen mit den Spielerinnen und Spielern der beiden Erstligamannschaften einlaufen.

Max (3. v. l.) und sein Team erringen den dritten Platz. (Foto: zvg.)


Steigende Mitgliederzahlen brauchen Platz

Mehr Mitglieder bringen aber auch ein Bedürfnis nach mehr Trainingsräumlichkeiten mit sich. Dieses soll in Zukunft mit einer neuen Mehrzweckhalle befriedigt werden, meint Dürger. Auch Thalmann berichtet von Kapazitätsproblemen, denn nicht nur sei die Dreifachturnhalle, die für die jeweiligen Schulturniere zur Verfügung steht, vollumfänglich ausgelastet worden. Auch Helferinnen und Helfer waren nur schwer zur Genüge aufzutreiben. «Falls wir in den nächsten Jahren einen noch grösseren Ansturm haben sollten, werden wir die Turniere wohl auf einen weiteren Tag ausdehnen müssen.»

«Es war eigentlich alles toll, aber auf dem Podest zu stehen, war schon besonders.»Lilu (3. v. l.)

Seit Jahren nehmen die Teilnehmerzahlen stetig zu. Darunter seien auch immer mehr reine Mädchenteams zu verorten, freut sich Thalmann. Trotz des wachsenden Ansturms sei das Schülerhandballturnier glücklicherweise unfallfrei verlaufen. «Dass ab und zu die Emotionen hochkochen, ist dabei normal», meint Thalmann. Auch für Max (11 Jahre) war es ein gelungener Tag, obschon sein Team im entscheidenden Match verloren hat und es somit nur noch für den dritten Platz reichte. «Es war toll, überhaupt einen Platz auf dem Podest zu erobern.» Als Nächstes werde er wieder am Fussballturnier teilnehmen, denn bis auf das letzte habe er bis jetzt keines verpasst. «Die Schulturniere machen viel Spass und man kann neue Freunde gewinnen.»


Autorin: Larissa Brochella

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