SAH Garten und Landwirtschaft

Neues Leben auf der «Weberwiese»


Ab dem Frühjahr 2022 wird die «Weberwiese» im Meierhöfliquartier mit neuem Leben erfüllt. Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH Zentralschweiz wird rund die Hälfte der Fläche mit einer Vielfalt von Blumen und Gemüse bepflanzen – mit berufs- wie auch sozialintegrativen Hintergedanken.

Autorin: Larissa Brochella

Das SAH-Projekt Garten und Landwirtschaft zieht im Frühjahr 2022 nach Emmen auf die «Weberwiese». Im Bild von links: Petra Köchli (Projektleiterin «Weberwiese»), Rahel Stübli, Ladislaus Lölinger (Mitarbeiter SAH Garten und Landwirtschaft), Uwe Schwarz. (Bilder: lbr)

An einem frühen Dienstagnachmittag ist es im Meierhöfliquartier trotz des umliegenden Gewerbes ruhig. Das schmale Trafohäuschen mit seinen grauen Mauern und den rot-orangen Türen steht etwas verloren am Rand der «Weberwiese». Auch die Grünfläche selbst bleibt, abgesehen von vereinzelten Hundebesitzerinnen und -besitzern und ihren vierbeinigen Freunden, grösstenteils unbeachtet. Das soll sich nun ändern, denn das SAH Zentralschweiz wird die «Weberwiese» ab Februar 2022 für ihr Angebot Garten und Landwirtschaft nutzen.

Eins, zwei und drei

Dieses fördert die berufliche und soziale Integration von Menschen, die wirtschaftliche Sozialhilfe beziehen und entweder nicht mehr im Arbeitsprozess sind oder noch nie in der Schweiz gearbeitet haben. Auf der ersten Stufe werden die Teilnehmenden von erfahrenen Fachpersonen in die Gartenarbeit eingeführt. Bei Eignung folgt dann die Arbeit auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Die dritte und letzte Stufe beinhaltet die Integration in den regulären Arbeitsmarkt.

Ob die dritte Stufe sinnvoll ist, sei jedoch sehr individuell, erklärt Petra Köchli, Projektleiterin des neuen Angebots auf der «Weberwiese». «Unser Ziel ist es in erster Linie, den Menschen eine Tagesstruktur zu bieten und sie, wenn möglich, auf dem Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu unterstützen.»

Ein neuer Standort mit vielen Vorteilen

Das SAH-Angebot Garten und Landwirtschaft war bisher an zwei Standorten in der Stadt Luzern angesiedelt. Bereits seit 14 Jahren werden dort Menschen, die von Sozialhilfe leben, insbesondere geflüchtete Menschen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen in die Gartenarbeit eingeführt. Doch die Standorte erwiesen sich zunehmend als ungeeignet: «Die Flächen im Reussport und Wesemlin sind zu klein. Zudem ist der ständige Wechsel zwischen den Gärten umständlich», erklärt Projektleiterin Köchli.

Mit ihren 5000 Quadratmetern sei die «Weberwiese» bestens geeignet, um das SAH-Angebot Garten und Landwirtschaft weiter zu betreiben. Auch dass sich die Wiese mitten im Quartier befindet und eine Nähe zur Stadt besteht, sei wichtig. Für das Quartier und die Gemeinde könnte die Ansiedlung des Projekts grundlegend von Vorteil sein, erklärt Köchli weiter: «Die Grünfläche wird sinnvoll genutzt und die Biodiversität sowie die soziale Integration werden gefördert.»

«Die Grünfläche wird sinnvoll genutzt und die Biodiversität sowie die soziale Integration im Quartier werden gefördert», betont Projektleiterin Petra Köchli.

SAH Garten und Landwirtschaft auf der «Weberwiese»

Mehr über das Projekt erfahren Sie auf der Website des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks SAH Zentralschweiz.

Ein Projekt kommt selten allein

Für das SAH Zentralschweiz seien auch weiterführende Projekte denkbar. «Wir könnten uns vorstellen, den Garten für Schulen zugänglich zu machen, Umweltbildung anzubieten oder in Zusammenarbeit mit dem Quartierverein gemeinsame Projekte und Anlässe auf die Beine zu stellen», führt Petra Köchli aus. Unter anderem mit dem Ziel, dass die Wiese zu einem Begegnungsort wird, wo Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten miteinander in Kontakt treten können.

Ab Mitte Dezember 2021 wird eine Fotoausstellung auf der «Weberwiese» das Projekt direkt vor Ort vorstellen. 30 Bilder, welche Teilnehmende am Projekt während des Jahres 2019 aufgenommen haben, und Zitate werden angebracht. Damit will das SAH Zentralschweiz den Nutzen des Projekts für die Teilnehmenden aufzeigen und die Nachbarschaft über das bevorstehende Projekt informieren, erzählt Petra Köchli: «Uns geht es darum zu zeigen, was wir hier machen, Anwohnern allfällige Unsicherheiten und Ängste in Bezug auf das kommende Angebot zu nehmen und sie hoffentlich auch etwas neugierig zu machen auf das, was hier entstehen wird.»

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