Lieferservice mit Herz

Der Mahlzeitendienst der BZE AG


Menüplanung, Einkaufen, Zubereitung von Speisen, Abwasch – Ver­pflegung ist ein aufwendiges und vielschichtiges Unterfangen, das mit zunehmendem Alter, nach einem Unfall oder mit einer physischen oder psychischen Einschränkung zur Belastungsprobe werden kann. Glücklicherweise kann die Emmer Bevölkerung in solchen Fällen auf den Mahlzeitendienst der Betagtenzentren Emmen AG (BZE AG) zählen, der Essenslieferungen mit Einfühlungsvermögen und sozialem Fingerspitzengefühl zu seiner Aufgabe macht und damit vielen Emmerinnen und Emmern einen wichtigen Dienst erweist.

Autorin: Roja Nikzad

Gilbert Giroud bei der Auslieferung im Rahmen des Mahlzeitendienstes BZE AG. (Bild: Stefan Weiss)

In Hinblick auf die Sicherstellung der Grundversorgung der Bevölkerung organisiert die BZE AG im Auftrag der Gemeinde Emmen dreimal wöchentlich die Auslieferung von portionierten Mahlzeiten an Haushalte in Emmen. Die langjährigen Mitarbeitenden des Mahlzeitendienstes liefern Vorspeise, Hauptgang und wahlweise auch Dessert für einen oder mehrere Tage pünktlich zur Kundin oder zum Kunden persönlich an die Haustür, bei starken Einschränkungen auch direkt in den Kühlschrank. Die ausgewogenen und frisch zubereiteten Mahlzeiten sorgen unkompliziert und mit minimalem Aufwand für ein kulinarisches Intermezzo.

Mahlzeitendienst der BZE AG: Praktisch, ausgewogen und lecker

Der Küchenchef des Alp Betagtenzentrums und Verantwortliche für die Menüs des Mahlzeitendienstes, Ralf Hermann, macht Lust auf das kulinarische Angebot. Auf Anfrage stand für den Tag Käsesuppe mit Brot-Croûtons oder Tomatensalat zur Vorspeise mit nachfolgendem hausgemachten Hackbraten an Rosmarin-Sauce, Kartoffelgratin und Zucchetti-Gemüse auf dem Menüplan. Als Supplément kann jeweils ein Dessert dazu bestellt werden. Hier darf man sich auf Fruchtcocktails, feine Crèmes oder ofenfrische Backwaren freuen.

Ralf Hermann achtet darauf, dass die Menüs ausgewogen zusammengestellt sind. Auf Anliegen punkto Allergien, Unverträglichkeiten oder geschmackliche Abneigungen geht er nach Rücksprache gerne ein. Ansonsten werden die Speisen, wo passend, parallel zum jeweiligen Tagesmenü des Alp Betagenzentrums komponiert. Ob grosse oder kleinere Portionen für eine oder zwei Personen, kann bei der Anmeldung individuell hinterlegt werden; auch spezielleren Bedürfnissen – beispielsweise nach kleingeschnittenem Essen – kann Rechnung getragen werden. Freitags liefern wir auf Vorbestellung auch unseren hausgemachten Zopf.

In wiederverwendbarem Porzellangeschirr wird jede Mahlzeit portioniert geliefert, bei der nächsten Lieferung das Geschirr wieder abgeholt. Ralf Hermann ist es wichtig, dass die Kunden des Mahlzeitendienstes «tolles Essen mit möglichst wenig eigenem Aufwand» erhalten. Sogar eine Mikrowelle kann bei Bedarf für die Erwärmung der Mahlzeiten bei der BZE AG gemietet werden. Was will man mehr: leckeres Essen plus praktische Handhabung. Das ist der Mahlzeitendienst der BZE AG.

«Es ist wichtig, dass die Kunden des Mahlzeitendienstes tolles Essen mit möglichst wenig eigenem Aufwand erhalten.»


Ralf Hermann, Küchenchef Alp Betagtenzentrum

Individualität auf Bestellung: Verpflegungsrhythmus und Beweggründe

Montags, mittwochs und freitags absolviert der Mahlzeitendienst jeweils seine Liefertour. Bestellt werden Menüs für einzelne Tage, für die Wochenenden oder gar für die ganze Woche; manchmal für die Dauer der Genesung des gebrochenen Beins, oftmals bis auf Weiteres.

Genau so vielfältig wie das Bestellverhalten ist auch die Klientel. Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen wenden sich mit ihren jeweiligen Verpflegungsbedürfnissen vertrauensvoll an den Mahlzeitendienst. Wohl befindet sich die Kundschaft überwiegend im betagten Alterssegment, durchaus wird das Angebot aber auch von jüngeren Gemeindebewohnenden in Anspruch genommen; dies beispielsweise, wenn sie durch einen Unfall ans Haus gebunden sind oder mit einer vorübergehenden Einschränkung den Alltag bewältigen müssen.

Von alleinstehenden Herren, die der Kochkunst nicht besonders mächtig sind oder schlicht keine Lust haben, für sich alleine zu kochen, über Seniorenpaare, die sich den Mahlzeitendienst als Gegenmassnahme zum Küchenüberdruss «gönnen», bis hin zu Herrschaften, die ab und an einfach eine «richtige Mahlzeit mit allem Drum und Dran geniessen möchten, ohne in ein Restaurant gehen zu müssen», wie es Gilbert Giroud, einer der beiden Mitarbeitenden des Mahlzeitendienstes, formuliert, ist alles dabei.

Lieferung ist nicht gleich Lieferung – persönliche Note wird grossgeschrieben

Der Mahlzeitendienst der BZE AG ist kein klassischer Lieferservice, wie sie spätestens seit der Pandemie rege von Jung und Alt genutzt werden. Sandra Probst, seit 14 Jahren für die Auslieferung der Mahlzeiten zuständig, kennt die Gemeinde wie ihre Westentasche und ist auch mit langjährigen Kundinnen und Kunden des Mahlzeitendienstes mittlerweile persönlich verbunden. Sie und Gilbert Giroud fahren die Mahlzeiten jede Woche aus – Fremde sind die beiden engagierten Mitarbeitenden für viele nicht mehr.

«Vor allem seit der Pandemie ist der soziale Austausch noch wichtiger geworden, da viele Bezügerinnen und Bezüger ihre Zeit vermehrt zu Hause verbringen.»


Sandra Probst, Mahlzeitendienst BZE AG

Probst weiss um das Fingerspitzengefühl, welches man für den Erstkontakt braucht. «Oft muss man sich schnell ein extremes Vertrauen erwerben», so Probst. «Manchmal sind Kunden ans Bett gebunden und gewähren einem Zutritt in ihre private Umgebung, da müssen sie und auch Angehörige sich auf unsere Vertrauenswürdigkeit verlassen», ist für Probst klar. «Rüüdig schnell muss man merken, was die Bedürfnisse des Gegenübers sind, um es richtig abzuholen», bemerkt sie und ist stolz darauf, wenn es ihr auf Anhieb gelingt. Den meisten der rund 50 aktiven Kunden ist die zwar kurze, aber nichtsdestotrotz persönliche Interaktion mit den beiden Mahlzeitendienstmitarbeitenden eine willkommene Abwechslung.

Soziale Verantwortung im Sturm der ­Pandemie

«Vor allem seit der Pandemie ist der soziale Austausch noch wichtiger geworden, da viele Bezügerinnen und Bezüger ihre Zeit vermehrt zu Hause verbringen», stellt Probst fest. So manch ein Mahlzeitendienstkunde verzichtet nun auf das Zmittag bei der Nachbarin oder den gewohnten Gang ins hiesige Restaurant. Daher auch kaum verwunderlich, sind die Anfragen seit Pandemieausbruch um ein Drittel gestiegen. Zwischen 18 und 45 Menüs werden täglich bereitgestellt.

«Wir nehmen uns immer kurz Zeit, um ein paar nette Worte zu wechseln», konstatiert Probst. «Das gehört einfach zum Job dazu», quittiert Giroud. Beide absolvieren ihre Lieferroute mit viel Liebe und sind sich der sozialen Verantwortung in ihrer Tätigkeit mehr als bewusst. Wo die Angehörigen weit weg sind und keine Spitex die Menschen betreut, sind die Besuche des Mahlzeitendienstes wichtige Akzente, die mit schmackhaftem Essen und lieben Worten Struktur und Freude bis an den heimischen Kühlschrank liefern.

Informationen und Bestellung Mahlzeitendienst der BZE AG

Menü: Einzelperson Fr. 18.–, Paar Fr. 34.–

Dessert: Einzelperson Fr. 2.50, Paar Fr. 4.–

Bestellungen können telefonisch oder über die Webseite in Auftrag gegeben werden:

Telefon 041 268 56 56

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