Herzlicher Empfang in der Waldhütte

Was macht eigentlich der Samichlaus während Corona?


Auch der Samichlaus ist vor Co­rona nicht sicher. Deshalb muss er dieses Jahr zu Hause bleiben und kann die vielen Kinder nicht persönlich besuchen. Doch was macht der Samichlaus mit der vielen Zeit, die er nun hat? Ich habe mich auf den weiten Weg zu ihm gemacht und durfte dem Sa­michlaus einige Fragen stellen.

Autorin: Riccarda Rauter

Der Samichlaus im letzten Jahr bei seinem Besuch in Emmen. (Bild: zvg)

Normalerweise würde der Samichlaus jetzt mitten in den Vorbereitungen für seinen wichtigsten Tag im Jahr stecken, den 6. Dezember. Doch mit Corona ist alles anders. Die Stippvisiten sind heuer gestrichen. Stattdessen hat mich der Samichlaus zu sich nach Hause in den Wald eingeladen und nimmt sich dort gerne die Zeit, mir einige Fragen zu beantworten, die mir schon länger unter den Nägeln brennen.

Es ist ein langer Weg und nicht ganz einfach, den Samichlaus zu finden. Doch dann, irgendwo tief im verschneiten Wald, stosse ich unverhofft doch noch auf seine Holzhütte. Gleich daneben scheint mich sein Eseli bereits sehnlichst zu erwarten, dem ich zur Begrüssung ein frisches Rüebli reiche. Bevor ich beim Samichlaus an die Tür klopfen kann, empfangen mich der Schmutzli und Knecht Ruprecht herzlich. Sie begleiten mich rein in die warme Stube, wo der Samichlaus bereits in seinem gemütlichen Sessel auf mich wartet, während ihm zur Seite das Feuer im Kamin knistert. Zusammen trinken wir eine heis­se Schoggi, das Lieblingsgetränk des Sami­chlaus, bevor er mir all meine Fragen beantwortet.

«Natürlich gibt es ab und zu Eltern, die auch ein wenig Tadel gebrauchen könnten.»


Samichlaus

Samichlaus, wieso darfst du die Kinder dieses Jahr nicht besuchen?

Zusammen mit meinen Helfern beschäftigte ich mich bereits seit Frühling intensiv damit, ob und wie ich dieses Jahr den Kindern eine Freude machen kann. Ich bin aber auch schon ein alter Mann und muss in dieser Zeit ebenso vorsichtig sein wie alle anderen. Die Gesundheit der Familien wie auch von all meinen helfenden Händen steht an erster Stelle. Aufgrund der aktuellen Lage musste ich mir dann leider eingestehen, dass wohl die nötigen Schutzmassnahmen nicht eingehalten werden können und ich dieses Jahr am 6. Dezember keine Kinder zu Hause besuchen kann.

Was machst du in der freien Zeit, die du nun hast?

Ich habe immer viel zu tun. Ich bereite mich schon wieder auf das nächste Jahr vor, wenn ich hoffentlich wieder alle besuchen kann. Auch im Wald gibt es immer viel zu tun, zusammen mit den Schmutzlis, Dienern, Knecht Ruprecht und dem Eseli. Ich bastle zudem an Briefkästen, die ich in den Kirchen aufstellen werde. So können mir die Kinder ihre Zeichnungen und Briefe trotzdem geben.

Hand aufs Herz, bist du insgeheim froh, dass du den 6. Dezember wenigstens einmal ohne Kinderquerelen erleben darfst?

Nein, überhaupt nicht! Ich vermisse es sehr, die leuchtenden Augen der Kinder zu sehen und ihre Freude, dass ich zu Besuch komme. Es ist immer wunderschön zu sehen, wie viel Mühe für meine Besuche gemacht wird.

Wer ist denn eigentlich mühsamer: die Kinder oder die Eltern?

Es gibt niemanden, der mühsam ist. Natürlich gibt es ab und zu Eltern, die auch ein wenig Tadel gebrauchen könnten, nicht immer nur die Kinder (lächelt verschmitzt).

Musst du auch eine Maske tragen?

Wenn ich in meiner Waldhütte mal Besuch bekomme, dann trage auch ich als alter Mann eine Maske, so wie jetzt. Ich bin aber auch viel an der frischen Luft, draussen im Wald. Das tut sehr gut.

Musst du jetzt immer Abstand zum Schmutzli und Knecht Ruprecht halten?

Damit wir alle gesund bleiben, halten auch wir uns an die allgemeinen Regeln. Auch wenn wir wie eine kleine Familie sind, wollen wir doch alle gesund bleiben.

Können wir dich dieses Jahr trotzdem sehen?

Ja, ab dem 1. Adventstag könnt ihr mich sehen und hören. Lasst euch überraschen. Und auch in der Online-Ausgabe der Emmenmail könnt ihr mich sehen.

Was machst du nun mit all den Nüssli und Mandarinen, die du nicht verteilen kannst?

Die schenke ich dieses Jahr allen, die sich darüber freuen. Gerade die Menschen im Altersheim haben immer eine grosse Freude, wenn sie von mir hören.

Hast du denn kein schlechtes Gewissen, wenn du aus Spanien und Italien importierte Mandarinen verteilst?

Da bei den klimatischen Bedingungen hier in Emmen leider Manderindli nicht optimal wachsen, bin ich sehr froh, dass uns hier die lieben Nachbarn von Spanien und Italien aushelfen. Denn Manderindli gehören halt einfach zum Samichlaus dazu.

Wieso kommst du uns eigentlich nicht im Sommer besuchen?

Es ist einfach Tradition, dass der Sami­chlaus in der Adventszeit kommt. Ich kann meine Besuche nicht einfach auf den Sommer verschieben. Aber so könnt ihr euch umso mehr auf nächstes Jahr freuen, wenn ich wieder zu Besuch komme.

Jetzt mal ehrlich: Ist dein Bart tatsächlich echt?

Ist diese Frage ernst gemeint? Was denkst du denn? Natürlich ist mein Bart echt! Solch eine Pracht benötigt jahrelange Pflege und Hingabe.

Wie haben sich die Wünsche der Kinder in den letzten Jahren verändert?

Die Wünsche haben sich nicht wirklich geändert. Schon immer freuten sich alle Kinder riesig über das Samichlaussäckli von mir. Natürlich haben sich die Samichlaussprüchli über die Jahre ein wenig verändert. Aber die Kinder stecken immer sehr viel Mühe in die Vorbereitung auf meinen Besuch.

Was wünschst du dir eigentlich?

Natürlich, dass alle Kinder brav sind (lächelt). Aber auch, dass alle gesund bleiben und ich nächstes Jahr wieder zu allen Kindern auf Besuch kommen kann.

Die Hütte vom Samichlaus, tief im Wald versteckt. (Bild: zvg)

Der Samichlaus trinkt den letzten Schluck heisse Schoggi aus und lächelt zufrieden. Ich verabschiede mich von allen, dem Eseli, Schmutzli und von Knecht Ruprecht. Der Samichlaus begleitet mich noch ein paar Schritte auf meinem weiten Weg zurück nach Emmen und gibt mir eine Botschaft mit, die ich in der ganzen Gemeinde verbreiten solle: «Ich wünsche allen Emmerinnen und Emmern wunderschöne Festtage und beste Gesundheit», sagt der Samichlaus in feierlichem Ton. «Auch wenn wir im Moment ein wenig eingeschränkt sind, so können wir uns umso mehr auf nächstes Jahr freuen.»

Der Samichlaus kehrt in seine Hütte zurück und winkt nochmals zum Abschied. In seinen Augen blinzelt bereits die Vorfreude aufs nächste Jahr, wenn er hoffentlich wieder alle Kinder besuchen kann.

Wünsche werden wahr

Den Zoo in Rapperswil besuchen, einmal auf die Rigi fahren, den Zirkus besuchen oder einfach mit dem Postauto auf Reisen gehen. Hört sich nach einem «normalen» Wochenendprogramm an. Für einige sind solche Aktivitäten aber einfacher gesagt als getan. Etwa für die Bewohner und Bewohnerinnen der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL. So kann für jemanden mit einer schweren Behinderung zum Beispiel eine Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee etwas ganz Besonderes und Aussergewöhnliches sein.

Beim Eingang der Cafeteria in Rathausen findet man viele Bilder und Zeichnungen mit Wünschen von Bewohnern und Bewohnerinnen der Stiftung für Schwerbehinderte. Mit etwas Glück hat ein Passant oder eine Passantin ein grosses Herz und übernimmt die Kosten für einen Wunsch.

Es ist schwierig, die individuellen Träume der Bewohner und Bewohnerinnen der SSBL zu erfüllen. «Die Träume der Bewohnerinnen und Bewohner sind meist bescheiden. Die zusätzlichen Kosten, die durch Organisation und Betreuung der Ausflüge entstehen, können jedoch nur durch finanzielle Unterstützung gedeckt werden. Deshalb ist die SSBL auf Spenden angewiesen, um diese Herzenswünsche erfüllen zu können», erklärt Sidonie Spörri, Verantwortliche Fundraising der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL.

Haben Sie ein grosses Herz? Dann erfüllen Sie einen Herzenswunsch!

Es gibt viele Möglichkeiten, die Menschen der SSBL glücklich zu machen. Im Café Rathausen können Sie einen individuellen Wunsch wahrwerden lassen. An der «Wunschbörse» können Sie sich einen aktuellen Wunsch aussuchen und ihn gleich erfüllen. Auch auf der Website www.ssbl.ch/wunsch können Sie individuelle Wünsche von Bewohnenden erfüllen. Sie können aber auch einfach einen allgemeinen Unterstützungsbeitrag spenden und jemandem einen Lebenstraum ein wenig näherbringen.

Kontakt

Sidonie Spörri

Telefon 041 269 35 00

Mail spenden@ssbl.ch

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