Kultur/Vereine

Visita Besuchs- und Entlastungsdienst


Mit seinen Angeboten schliesst der Verein Visita eine Lücke im sozialen Netzwerk von Emmen und versteht sich als Ergänzung zu bestehenden Dienstleistungen. Der Verein vermittelt freiwillige Besucherinnen und Besucher an Hilfsbedürftige, was nicht nur zu schönen Begegnungen führt, sondern auch Angehörige in der Betreuungsarbeit entlastet.

Autorin: Claudia Schmidt

«Die Chemie zwischen uns stimmt.» Bei den regelmässigen Besuchen tauschen sich Ruth Negele und Fritz Liechti über alle möglichen Themen aus. (Bild: zvg)

Im November 2012 wurde der Verein Visita gegründet. Im Sommer 2013 waren 17 Freiwillige gefunden und die ersten Einsätze fanden statt. Bis heute haben die Angebote nicht an Aktualität verloren und werden laufend durch Freiwillige geleistet. Zwei Besuchte und zwei Freiwillige erzählen von ihren Erfahrungen.

Ruth Negele, seit 2015 nehmen Sie den ­Besuchsdienst in Anspruch. Wie ist es dazu gekommen?

Ruth Negele: Ich habe ein Inserat über das Angebot gelesen und mich dann bei der Vermittlungsstelle informiert. Meine genauen Beweggründe weiss ich nicht mehr. Es war ein Gefühl von Einsamkeit da.

Und heute?

Negele: In der Regel besucht mich Fritz Liechti einmal pro Woche. Wir jassen zusammen, unterhalten uns über aktuelle Themen, gemachte Erfahrungen und vergangene Erlebnisse. Wann immer es das Wetter und meine Gesundheit zulassen, unternehmen wir einen Spaziergang.

Was würde Ihnen bei Wegfall des Angebots fehlen?

Negele: Es ist eine schöne Abwechslung, auf die ich mich stets freue. Die Chemie zwischen uns stimmt. Er schafft es, mich zum Rausgehen zu motivieren. Wenn ich mich dazu überwunden habe, merke ich, wie gut es mir tut.

Kontakt

Wir sind für Sie da wenn es um Betreuen, Begleiten und Unterstützen geht. Visita vermittelt freiwillige Helferinnen und Helfer, die sich in den Dienst von Mitmenschen stellen, welche Hilfe benötigen.

Mail vermittlungsstelle@visita-emmen.ch

Telefon 079 159 76 27 (Mo. und Do. 8 bis 12 Uhr)

Fritz Liechti, wie sind Sie dazu gekommen, sich als Besucher zu engagieren?

Fritz Liechti: Ich habe ein Inserat in der Emmenmail gelesen. Ich finde es eine sinnvolle Sache. Als Pensionär schenke ich gerne etwas von meiner Zeit.

In welcher Form?

Liechti: Bei meinen Besuchen bin ich nicht der Befehlshaber und bestimme, was wir tun, sondern stelle meine Zeit zur Verfügung und gehe offen auf Wünsche ein. Wir führen Gespräche, jassen und machen Spaziergänge mit einem Restaurantbesuch.

Was würden Sie einer interessierten Person sagen?

Liechti: Ich kann den Besuchsdienst sehr empfehlen. Es ist eine interessante und vielseitige Aufgabe.

Elsa Meier, seit 2018 erhalten Sie einen Entlastungsdienst. Wie kam es dazu?

Elsa Meier: Ich wohne alleine. Nach einem Schlaganfall brauchte ich mehr Unterstützung. Deshalb suchte meine Schwägerin Entlastung für sich und nahm Kontakt zu Visita auf. Die Spitex hatte sie darauf aufmerksam gemacht.

Wie sieht Ihre Situation heute aus?

Meier: Die eigene Wohnung ist mir wichtig. Vieles im Haushalt mache ich selbstständig. Meine Schwägerin hilft mir viel und wir sehen uns oft. Ich habe auch Hilfe beim Waschen und beim Putzen. Am Freitag kommt Maria Leib vorbei und wir reden zusammen, gehen spazieren, kaufen ein, spielen Karten, backen Kuchen und trinken Kaffee.

Was gefällt Ihnen am Angebot?

Meier: Ich habe gerne Besuch. Es ist eine schöne Abwechslung. Schade, dass wir länger keine Ausflüge mit der Bahn gemacht haben und selten in ein Restaurant gehen. Ich freue mich darauf, wenn das wieder möglich ist.

Maria Leib, was waren Ihre Beweggründe, sich als Besucherin zu engagieren?

Maria Leib: Ich wurde von Visita angefragt. Ich war bereit, etwas zu tun und einen Beitrag zu leisten. Ich mag Menschen und begleite sie gerne.

Wie sieht Ihr aktueller Einsatz aus?

Leib: In der Regel besuche ich Elsa Meier wöchentlich. Wir unterhalten uns, machen Spaziergänge, gehen einkaufen und bereiten ein Dessert zu. Anspruchsvoll erlebe ich Elsa Meiers Gewichtverlust und ihre schwindenden Kräfte, teils verursacht durch ihre Essgewohnheiten. Inzwischen frage ich nach und ermuntere sie, genug zu essen. Ich habe grossen Respekt ihr gegenüber, wie sie ihren Alltag meistert, und ihrer Schwägerin gegenüber, die sie unterstützt, Notwendiges organisiert und ihr diese Wohnform ermöglicht. Es ist mir wichtig, mit der «Auftraggeberin» im Kontakt zu sein und sie, neben einer guten Begleitung, zu entlasten und ihre Erwartungen zu kennen.

Was würden Sie interessierten Angehörigen sagen?

Leib: Es ist ein gutes Angebot und sorgt für Entlastung. Für die begleitende Person ist es eine Abwechslung.

Der Entlastungsdienst sorgt für mehr Selbständigkeit. Maria Leib und Elsa Meier beim gemeinsamen Spaziergang. (Bild: zvg)

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