Emmen Schule

Gestärktes Umweltbewusstsein in der Sek Erlen


Die Sekundarschule Erlen wurde kürzlich ins Förderprogramm «Auf dem Weg zur Schule mit besonderem Profil» im Bereich Umweltbildung aufgenommen. Dadurch wird die Schule von der kantonalen Dienst­stelle Volksschulbildung fachlich, organisatorisch und finanziell unterstützt und nach erfolgreichem Absolvieren des Programms mit einem Label ausgezeichnet.

Autor: Marcel Frehner

Die Klasse 2a posiert mit dem Abfall, den sie Mitte September – vor der Maskenpflicht in den Schulen – im Schluchenwald an einem Nachmittag gesammelt hat. Von der anfänglichen Abneigung ist kaum mehr etwas spürbar. Es überwiegt der Stolz auf die vollbrachte Leistung. (Bilder: zvg)

Umweltfragen beschäftigen unsere Gesellschaft im Zeitalter der globalen Klimaerwärmung immer mehr und haben deshalb auch im Lehrplan und in den Klassenzimmern der Sekundarschule Erlen ihren Platz. Die Lehrpersonen und die Lernenden der Sekundarschule Erlen haben sich bereits in der Vergangenheit in verschiedensten Fächern mit der Umweltthematik befasst, sei dies beim Besuch der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia, beim Zubereiten eines saisonalen und regionalen Gerichts im Hauswirtschaftsunterricht oder beim Berechnen des eigenen Ökologischen Fussabdrucks in der Naturlehre.

Nun wurde die Sekundarschule Erlen von der Dienststelle Volksschulbildung (DVS) ins Förderprogramm «Auf dem Weg zur Schule mit besonderem Profil» mit dem Profilthema Umweltbildung aufgenommen und kann ab dem aktuellen Schuljahr 2020/21 mit neuen Projekten starten. Jetzt werden zunächst Ideen gesammelt und Projekte entwickelt. Aber auch schon vor den grossen Förderprogramm-Projekten läuft so einiges in Sachen Umweltbildung. Hier sind vier konkrete Beispiele, wie das Umweltbewusstsein der Schülerinnen und Schüler gefördert wird.

Neues Fach WAH

Seit Einführung des Lehrplans 21 wird das neue Schulfach «Wirtschaft – Arbeit – Haushalt» (WAH) unterrichtet, welches das Fach Hauswirtschaft (inkl. Kochunterricht) ersetzt. In der Sekundarschule Erlen haben sich Helen Schüpfer und Nicole Scheidegger intensiv mit dem neuen Schulfach auseinandergesetzt und setzen die Inhalte in Umweltbildung und Nachhaltigkeit gekonnt um.

Im neuen WAH-Unterricht lernen die Schülerinnen und Schüler bereits in der 1. Sek, welche Auswirkungen ihr Konsumverhalten hat. Es werden dabei vor allem Dinge thematisiert, die die Lernenden im Alltag auch tatsächlich selbst entscheiden können, zum Beispiel der Kauf von Essen, Kleidern oder einem neuen Handy. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in Kurzprojekten konkrete Verbesserungen in ihrem Konsum- verhalten vornehmen und diese umsetzen, zum Beispiel eine wiederverwendbare Trinkflasche benutzen, Plastikverpackungen vermeiden oder auf regionale Produkte achten.

Beim Kochunterricht in der 2. Sek stellen die zwei Lehrerinnen viele positive Veränderungen im Vergleich zum alten Hauswirtschaftsunterricht fest, wo bereits in der 1. Sek gekocht wurde. Die Schülerinnen und Schüler sind viel mehr an den Produkten interessiert als früher. Sie achten auf deren Herkunft und Inhaltsstoffe und betreiben eine konsequente Abfalltrennung. Helen Schüpfer und Nicole Scheidegger stellen jedoch beim Vorwissen der Schülerinnen und Schüler in Sachen Umweltbildung grosse Unterschiede fest. Genau deshalb ist die Sensibilisierung in der Schule so wichtig, obwohl die Umsetzung von nachhaltigem Verhalten eine private Angelegenheit bleibt.

«Neben der guten Tat lernen die Schülerinnen und Schüler, was es heisst, in der Gemeinde sauber zu machen, und sie sehen, welche Dinge weggeworfen werden.»

Wald aufräumen und säubern

Alle Klassen der Sekundarschule Erlen müssen im Jahresverlauf für eine Woche täglich den Pausenplatz «fetzeln». So lernen sie, dass der Abfall nicht von selbst vom Boden verschwindet, und sie tragen etwas zum positiven Schulhausklima bei. Einen Schritt weiter gehen jeweils einige Klassen im 8. Schuljahr während der Themenwoche im Herbst, wenn sie der Gemeinde Emmen für einen halben Tag dabei helfen, ein Stück des Gemeindegebiets vom Abfall zu säubern, so zum Beispiel entlang der Reuss, beim Riffigweiher oder im Schluchenwald gleich neben dem Schulhaus.

Neben der guten Tat lernen die Schülerinnen und Schüler, was es heisst, in der Gemeinde sauber zu machen, und sie sehen, welche Dinge weggeworfen werden. Die erste Reaktion der Schülerinnen und Schüler, wenn bekannt wird, was es zu tun gibt, ist meistens negativ. Im Nachhinein ist die Erfahrung jedoch sehr eindrücklich und wertvoll und die Klassen sind sogar stolz, wenn sie viel Abfall sammeln konnten.

Infrastruktur im Schulhaus

Dank unseres engagierten und weitsichtigen Hauswarts Adrian Weber und seines Teams ist das Schulhaus Erlen ein Musterschüler in Sachen Abfalltrennung. Neben den üblichen Verdächtigen, wie zum Beispiel Papier, Karton, Alu oder PET, wird im Schulhaus Erlen fast das gesamte überhaupt trennbare Abfallspektrum getrennt. Dazu gehören unter anderem Altholz (z.B. aus dem Werkunterricht), Grünmaterial, Leuchtmittel, Kaffeekapseln, Elektroschrott, Tintenpatronen oder sogar Tierkadaver (z.B. nach dem Sezieren im Biologieunterricht). Lediglich Pneus trennen wir nicht im Schulhaus Erlen, aber davon fallen auch herzlich wenig an.

Das Engagement des Hauswarts-Teams wird auch von den Lehrpersonen unterstützt und in den Klassen umgesetzt. Die Schülerinnen und Schüler lernen so im Schulalltag, dass Abfalltrennung eine Selbstverständlichkeit ist.

Umweltbildung mit «Pusch»

Die Stiftung Pusch (Praktischer Umweltschutz) unterstützt Schulen mit vielfältigen Angeboten, die Umweltkompetenz junger Menschen zu fördern: mit Schulbesuchen, Unterrichtsmaterial, mit Modulen für Projektwochen oder mit Lehrerweiterbildungen. Die Kinder und Jugendlichen lernen Zusammenhänge verstehen und werden zum sorgsamen Umgang mit Klima und Umwelt motiviert.

Die Schüler der früheren Klasse 1l hören aufmerksam zu, als der «Pusch­Lehrer» anschaulich den natürli­chen Treibhauseffekt erklärt (Aufnahme von 2018).

Verschiedene Klassen der Sekundarschule Erlen haben bereits vom Pusch-Angebot Gebrauch gemacht. Externe Pusch-Lehrerinnen oder -Lehrer besuchen die Klassen und unterrichten auf praktische und anschauliche Art und Weise wichtige Umweltschutz-Konzepte. Das Beiziehen einer externen Fachperson ist für die Sekundar-Lehrpersonen sehr hilfreich, da diese auf ihren Fachbereich spezialisiert sind und Inhalte und Materialien anbieten können, die sonst am Schulhaus nicht vorhanden wären.

Umweltbildung macht Schule

Projekte, die alle Klassen miteinbeziehen, beeinflussen das Schulklima positiv. Die Teilnahme am Förderprogramm möchten wir nutzen, um als ganzes Schulhaus zusammenzuarbeiten, gemeinsam neue Ideen zu entwickeln und klassenübergreifende Projekte durchzuführen. Bereits vorhandene Ressourcen wollen wir bündeln und bisheriges Engagement besser koordinieren. Des Weiteren werden wir mit anderen Schulen des Förderprogramms in Kontakt treten, um Neues kennenzulernen, von bereits gesammelten Erfahrungen zu profitieren und Synergien nutzen zu können.

Indem wir uns intensiv mit dem Thema Umweltbildung auseinandersetzen, möchten wir nicht nur das Umweltbewusstsein der Lernenden, der Eltern und der Lehrpersonen stärken, wir möchten auch aktiv Öffentlichkeitsarbeit betreiben und so unseren Teil zu einem positiven Image der Volksschule beitragen.

In den kommenden Jahren erwarten uns also viele spannende Umweltprojekte. Wir freuen uns darauf, im Rahmen des Förderprogramms «Auf dem Weg zur Schule mit besonderem Profil» unseren Beitrag zur Umwelt zu leisten und Menschen in unserem Umfeld dazu zu inspirieren, es uns gleich zu tun.

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Lohn für die Strapazen

Nach den ersten acht Kilometern, inmitten der prächtigen Herbstfarben und mit frischer Luft in Lunge und Kopf, verstehen sie schon fast des Lehrers Wanderlust. «Es ist schon schön hier.» Finde ich auch. «Ich glaube nicht, dass ich später einmal wandern werde. Also, wenn ich erwachsen bin, meine ich.» Vielleicht nicht, das ist okay.

Unsere Schülerinnen und Schüler müssen nicht alle zu Wandervögeln werden. Aber als besagter Schüler am Mittag nach 2,5 Stunden Marsch oben beim Konservatorium in Luzern ankam, schnaufend und schwitzend, setzte er sich auf die Bank und hielt kurz inne. Das Gesicht in der Sonne, den Blick über den Vierwaldstättersee auf die Alpen. Ein Moment Ruhe. Er lächelte. Stolz auf sich und glücklich.

Sie wachsen über sich hinaus und erweitern ihren Horizont. Darum geht es im Idealfall. In der Schule und auf der Herbstwanderung. Ein «Hey!» von einem Mitschüler, die Ruhe ist weg, die Aufmerksamkeit ist wieder bei den Freunden. Es wird laut und es wird gelacht. Auch darum geht es.

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